Filme und Filmkritiken

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Filme und Filmkritiken

Post by dejost » 21 Nov 2010, 13:27

Film ist nicht nur eine der kontemporären Ausdrucksformen, es ist eine riesige Industrie. Milliarden Menschen sehen täglich Filme, und es gibt geradezu unzählige davon.

Es gibt schon lange 2 Topics, die sich damit beschäftigen, orientiert an den Schwerpunkten dieses Forums:
Umsetzungen von Videospielen und Umsetzungen von Comics.
Außerdem gibt es ein Topic zu Serien und TV-Mehrteilern.

Aber es gibt keinen Grund, nicht alle Filme zu berücksichtigen.
Daher dieser Topic, in der jedeR seine/ihre Meinung zu allen (un)möglichen Filmen abgeben kann.
(Aus forumshistorischen Gründen ist vor allem beim ersten Dutzend Postings ein gewisser Überhang von Filmen gegeben, die mit den sonstigen Themen korrellieren.)
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Filmkritiken (die nicht in andere Threads passen)

Post by ThePurplePantywaist » 27 Apr 2011, 08:39

Prof Layton and the Eternal Diva

Prof Layton ist eine Spielreihe von Rätselspielen. Und zwischen den einzelnen Teilen haben sie halt einmal einen Zeichentrickfilm statt eines Spiels reingetan. Der Zeichentrickfilm ist auch sehr ähnlich wie die Spiele inklusive Rästel (allerdings nur ein paar, in den Spielen sind's ja jeweils über 100).

Der Film war kommerziell ein ziemlicher Erfolg und ist auch auf Gegenliebe bei den Kritikern gestoßen.

Er passt sich zwar wirklich gut in die Spiele ein, aber ich fand ihn trotzdem storymäßig ziemlich mau, um nicht zu sagen dass die Story eher eigenartig war, wobei wahrscheinlich typisch für diese Art von japanischen Zeichentrickfilmen. Die Story war auch so wie in den Spielen, aber in den Spielen ist die (tw eher verquere) Story nur ein Vehikel, damit man von Rätsel zu Rätsel kommt.

Ich bleibe bei den Spielen und pfeife auf allfällige Sequels.
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Post by ThePurplePantywaist » 27 Apr 2011, 08:43

The Last Starfighter

Die Hookline ist, wovon jeder Spieler träumt: Das Spiel wird Wirklichkeit und er Teil davon.
Ein Automat ist nämlich lediglich ein Testgerät von Außerdirdischen, ob der Spieler geeignet ist, in den richtigen Starfightern die Bösen zu bekämpfen.

Der Film ist dahingehend bemerkenswert, als er erstens wie gesagt eine Videospielverfilmung iwS ohne Videospiel ist, und gemeinsam mit Tron der erste Film, der in größerem Umfang computergenerierte Szenen verwendet.

Der Protagonist ist also im All und bekämpft die Bösen, während auf der Erde ein Roboter seine Rolle wahrnimmt, damit die Bösen nicht Verdacht schöpfen. Und die Szenen des Roboters, der unbeholfen mit der Freundin des Protagonisten rumhängt, waren beim Testpublikum so beliebt, dass sie noch mehr Szenen nachgedreht haben.
Sonst ist er ein Coming-of-Age- & SciFi Film ohne große Überraschungen.

Zu erwähnen ist noch, dass der Komponist offensichtlich ein Fan von John Williams - das Star Wars Thema hat hier klar inspiriert.
Und das Auto des Recruiters hat eine Nebenrolle in Back to the Future II.

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Post by dejost » 27 Apr 2011, 08:46

Casshan/Casshern

Ich weiß nicht, ob das ursprünglich ein Anime oder ein Manga war.
Also in diesen statt in den anderen Thread damit.

Das Gute:
Interessante Visuals
Mal was anderes

Das Schlechte:
Unschlüssige Handlung (um nicht zu sagen: teilweise völlig schwachsinnig)
viel zu lang

Trivia:
Casshan (Englisch: Casshern) hat ja eigentlich diesen coolen Samuraihelm, im Film haben sie drauf verzichtet. Allerdings sieht man ihn irgendwann herumliegen, und er geht dann kaputt.

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Post by dejost » 27 Apr 2011, 09:02

Tron

Ein Programmierer - in den 1980ern waren Geeks offensichtlich noch cool - will nachweisen, dass seine Idee geklaut wurde und endet im Computer als Programm. Dort stellen sich die diversen Programme wie Personen dar, die auch noch unterdrückt werden.

Der Film war einer der (wenn nicht der erste) ersten, die Computeranimation in relevanten Umfang nutzten, und hat daher auch einen ganz eigenen visuellen Stil. Und auch nach ~30 Jahren ist er visuell immer noch ansprechend.

Die Story ist technisch, logisch usw an den Haaren herbeigezogen, aber sie funktioniert.

Was soll ich noch sagen, es ist ein Kultfilm, der diesen Status wirklich verdient hat.


Tron: Legacy

Die Forsetzung zum ersten Teil.

Es gibt eine neue Computerdiktatur, und der Sohn der Hauptfigur aus dem ersten Teil findet sich im Computer wieder.

Visuell setzt der Film den ersten Teil wirklich extrem gut fort, er bringt das ganze auf den heutigen State of the Art, ohne den Wurzeln untreu zu werden.

Die Story grenzt teilweise an ein Remake: User von außen landet für ihn unerwartet im Computer undt stellt sich mit nativen Helfern gegen den Diktatur. Ein paar Lücken zum ersten Teil werden dabei nicht

Davon abgesehen, Dialoge, Stil, Dramaturgie sind halt so, wie man um 2010 Filme macht (Tron war diesbezüglich wohl so, wie man das um 1980 gemacht hat). Einen Jedi- Einfluss - sowohl vom Stil als auch von der Ideologie und dem Choosen One, Superpowers gibt's auch. Passt nicht so ganz dazu.
Für meinen Geschmack etwas zu viel Jedi und Deus ex machina. Achja, ohne open end geht's auch nicht.

Alles in allem eine gute Fortsetzung, aber an das Original reicht es nicht heran.

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Post by harald » 03 May 2011, 19:29

Ich find, dass Tron Legacy von der Animation im 3D Bereich schon an den Vorgänger heranreicht und auch neue Maßstäbe setzt. Das war einer der wenigen Filme, wo bei mir richtig gutes 3D Feeling aufkam.

Die Geschichte ist da dann doch eher etwas nebensächlich, aber durchaus auch sehenswert.
--Harald
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Post by dejost » 25 Jul 2011, 07:29

Darkman

Sam Raimi konnte um 1990 herum weder die Rechte für The Shadow noch für Batman bekommen, deswegen hat er kurzerhand seinen eigenen Superhelden erschaffen.
Westlake ist ein Wissenschaftler, der an synthetischer Haut forscht. Seine Freundin stolpert über einen größeren Korruptionsskandal, deswegen wird sein Labor verwüstet und er wird entstellt. Durch einen etwas unschlüssigen medizinischen Vorgang bekommt er Superkräfte und nimmt brutal Rache. (Er ist so eine Art entstellte Mischung aus Chameleon und Schmalspur- Hulk)

Das Gute:
Interessante Idee
fängt gut an

Das Schlechte:
ab ca der Mitte wird es unschlüssig, und der Finalkampf ist total undurchdacht.

Trivia: Sam Raimi machte den Film, daher spielen sein Bruder Ted und Bruce Campbell in einer Mini-Rolle mit - ebenso wie in den 3 Spiderman- Filmen, die er gemacht hat. Es gab 2 direct-to-video Sequels, jeweils ohne Liam Neeson. Angeblich darf Sam Raimi einen Shadow- Film machen.

Der Film soll ein Kultfilm sein, wieso erschließt sich mir nicht ganz.

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Post by dejost » 29 Jul 2011, 07:40

The Shadow (1994)

The Shadow, ursprünglich eine Radiosendung (ein Jahr lang mit Orson Welles), später ein Pulp Magazin (sowas wie Jerry Cotton halt) und dann alles mögliche wie Comics usw, ist - wenn man Wiki glaubt, und das tun wir doch alle - der Großvater von allen anderen Masked Vigilantes, wie insbesondere Batman und The Green Hornet. (Der Urgroßvater ist meiner Meinung nach immer noch Zorro und dessen Vater The Scarlet Pimpernel).

Unter anderem 1994 gab es einen Film mit Alec Baldwin.

Das Gute:
keine besonderen Tiefpunkte
(der Zeit entsprechend) gute Special Effects
stellenweise gut durchdacht

Das Schlechte:
keine besonderen Höhen
stellenweise unschlüssig
Jim Curry bleibt unter seiner sonstigen Leistung
Endkampf enttäuschend

Trivia:
Der Radio- Shadow und der Pulp-Shadow haben etwas andere Fähigkeiten. Im Film hat er die Fähigkeiten von beiden.
Die Unsichtbarkeit des Shadow war übrigens eine Notwendigkeit :"Time constraints of 1930s radio made it difficult to explain to listeners where The Shadow was hiding and how he was remaining concealed. Thus, the character was given the power to escape human sight."
Darkwing Duck ist vom Design her und auch sonst sehr vom Shadow inspiriert.

Der Film soll zwar auch, wie The Phantom, Darkman, The Rocketeer und andere Verfilmungen solcher Pulp-Heroes ebenso ein Kult-Classic sein, mir ist auch hier nicht erkennbar, wieso.

Der Film ist auch total gefloppt, sogar ein SNES Spiel, obwohl schon fertig, wurde gecancelt.

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Post by dejost » 29 May 2012, 19:13

Defendor

Ein Film mit Woody Harrelson, wo dieser einen etwas unterdurchschnittlich intelligenten Kerl spielt, der aufgrund eines Missverständnisses glaubt, ein Schurke namens Captain Industry hätte seine Mutter auf auf dem Gewissen.
Also wird selbst ein improvisierter Amateur-Superheld.

Ich muss sagen, der war überraschend gut.

Super

Ähnliches Thema. Einem Koch wird von einem lokalen Gangster die (drogenabhängige) Frau ausgespannt. Also wird auch er ein Superheld. Zusätzlich hat er noch - eher schwachsinnige - Visionen einer göttlichen Sendung. Eher zufällig gerät er dann an einen psychopathischen weiblichen Sidekick, die gerne Leute abmurkst, was sie dann auch gelegentlich blutigst tut.
Überhaupt ist der Film voller grauslicher und überzogener Gewaltdarstellungen, zB schlägt er einem Kerl, der sich vorgedrängt hat mit einem großen Schraubenschlüssel den Schädel entzwei, erschießt einen Kerl, dem gerade die Arme weggesprengt werden und der um sein Leben bettelt etc etc.
Die Hauptrolle spielt Rainn Wilson, der die Rolle doch nicht viel anders als "Dwight K. Schrute" anlegt (und die Rolle auch am Set von The Office bekommen hat). In anderen Rollen Liv Tyler (Ehefrau), Ellen Page (Psycho-Sidekick), Kevin Bacon (Drogendealer) und Nathan Fillion als Holy Avenger, einem den Satan bekämpfenden Helden aus einem Kirchenprogramm (das ist noch das beste am Film).

Mir hat der überhaupt nicht gefallen, und er war auch sehr enttäuschend, grauslich, brutal und unwitzig.

Aber was er recht gut zeigt, ist, was passieren würde, wenn Amateure (die auch nicht ganz mental stabil sind), sich plötzlich einbilden, echte und geglaubte Kriminelle bekämpfen zu müssen - vor allem in einem Land, wo Waffen leicht erhältlich sind.

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Post by dejost » 20 Oct 2013, 15:36

The Lone Ranger(2013)

Disney, Bruckheimer und Johnny Depp.
Der Film ist in der Kritik durchgefallen, meiner Meinung nach völlig zu recht:
Die Story ist einerseits relativ unoriginell, dann aber in großen Strecken dafür unschlüssig (um nicht zu sagen: dämlich). Die Actionszenen sind völlig überzogen und teilweise ebenso unsinnig, von dem, was lustig sein soll, gibt es zuviel und es ist zu wenig lustig. Ich kenne zwar das Orignal nicht (war ursprünglich eine Radiosendung), aber es wird dem kaum gerecht.[/b]

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Re: Filme und Filmkritiken

Post by dejost » 23 Jan 2015, 10:28

Colossus: The Forbin Project (1970)

Ich habe vor einiger Zeit eine Liste von Filmen gefunden, die man für sein Nerdcred gesehen haben muss. Dabei waren ua Wargames, Tron, 2001 und Matrix, aber eben auch diese Verfilmung des ersten Teil der Trilogy von D.F. Jones.

Der grundsätzliche Plot ist, USA und UdSSR bauen beide Supercomputer, die die Verteidigung übernehmen. Die kontemporäre Kritik sieht darin satirische Ansätze, weil der US-Präsident sehr froh ist, diese Verantwortung los zu werden.

Ich sehe den Filme aber primär als eine Eltern/Kind-Geschichte:
Colossus benimmt sich wie ein Kind, hat Wutausbrüche (gut, er bringt dabei Leute um, aber trotzdem ist es eine Trotzphase), usw. Die Eltern fürchten sich vor dem Zeitpunkt, wo ihnen der Balg über den Kopf wachsen wird (was intellektuell sehr schnell passiert), und tricksen ihn dann mit Gelaber über Sex aus, weil er sich damit (noch) nicht auskennt. Das Kind versucht das Leben der Eltern zu kontrollieren und hat gleichzeitig Verlustängste (deswegen muss Forbin zB sich sportlich betätigen, damit er gesund bleibt). Letztlich kommt es wie es kommen soll - das Kind übertrifft die Eltern.

Deswegen finde ich ihn auch nicht sehr "nerdcred"-fähig: Gut, es gibt einen Supercomputer, der halt so ausschaut, wie man sich das in den 1970ern vorgestellt hat - riesig, mit LED-Buchstabenbändern und nachher mit blecherner Stimme. Der Rest ist wie gesagt etwas Satire und ein getarntes Eltern/Kind-Drama.

Der einzige Schauspieler, den ich irgendwie kannte, war James Hong, und der hatte auch nur eine kleinere Rolle.

Der Film hatte keine Fortsetzung, obwohl der Autor 4 Jahre nach dem Film eine Fortsetzung schrieb und später noch eine. Die sind aber, wenn ich mir so die Wiki-Artikel dazu ansehe, nicht lesenswert, sondern hören sich mehr nach Exploitation an. Wieder mit dem Wiki-Artikel als Maßstab ist die Verfilmung relativ nah am Buch.

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Re: Filme und Filmkritiken

Post by ThePurplePantywaist » 01 Apr 2015, 10:08

Gamer (2009)

Der Film dreht sich um eine Art echter Multiplayer-Shooter, in dem die Spielfiguren echte Verurteilte aus der Todeszelle sind, die von den Spielern kontrolliert werden.
Wer lange genug überlebt, kommt frei.

Die erste Hälfte des Films hat durchaus satirische Anklänge: Das Gefängnissystem ist pleite, wurde privatisiert und dort bekommen sie eben die Spielfiguren her. Teilweise Bildsprache eines reißerischen Fernsehbeitrags. Die Journalistin, die kritische Fragen stellt, ist in Wahrheit selbst beim Konzern angestellt. Die Spieler sind verroht, dekadent und sexuell aggressiv. Außerdem gibt es noch ein Spiel Society, wo man a la Second Life echte Menschen steuern kann, was erwartungsgemäß zu eher bizarren und perversen Verhalten führt, das tw nur angedeutet wird.

Mit Subtilitäten hält sich der Film aber nicht auf:
er ist ein Gewaltporno, "tries to criticize the commercialization of violence, even though it itself is commercialized violence"
Spielercharakter kommen nur zwei vor: Einerseits der wohlstandsverwahrloste, präpotente, (verbal) sexuell aggressive 17jährige "gay, gay, retardedly gay", andrerseits ein unglaublich fetter Kerl, der nackt spielt und sich daran aufgeilt, in Society eine fesche Frau zu spielen, die meistens am Rand der in US-Kinofilmen darstellbaren Geschmacklosigkeiten herumturnt. Ein Kritiker bringt das gut auf den Punkt: Gamer "hates its primary audience"

Die Ansätze sind gut, die gehen aber in Geballer, Brutalität, Actionfilmklischees und verschämt angedeuteter sexueller Gewalt unter, der Film wird auch sehr schnell sehr konventionell: Held muss im letzten Moment flüchten, seine Frau retten, Freiheitskämpfer, es gibt einen bösen Superschurken, der gleich die Weltherrschaft an sich reißen will inklusive (originell gelöstem) Endbosskampf usw.

Die Kosten hat er an der Kinokasse nicht eingespielt, die Kritik hat ihn verrissen, was schade ist, denn (nur) die grundlegende Idee war sehr gut.

Gabriel R.

Re: Filme und Filmkritiken

Post by Gabriel R. » 22 Sep 2015, 19:52

Cinderella (2015)

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, dass in Kinderfilmen besonders oft Menschen, und dann besonders oft Eltern sterben. Das ist hier auch so. 3 Elternteile sterben im Laufe der Handlung des Films, und 2 weitere sterben schon davor, aber ihr Tod beeinflusst direkt die Handlung.

Storymäßig ist es eine Verfilmung des wohl allgemein bekannten Märchens Cinderella (Aschenputtel), die sich stilistisch, erzähltechnisch usw an dem Disney-Zeichentrickfilm von 1950 orientiert. Inhaltlich gibt es so gut wie nichts Neues dazu, außer ein paar zusätzliche Sätze der Lady Tremaine, auf die wohl Cate Blanchetts Agent bestanden hat. Am Ende gibt es noch einen kurzen Intrigenversuch, der mir aus dem Originalmärchen nicht bekannt ist.

Tricktechnisch ist es auf dem heutigen Stand, aber dafür sehr uninspiriert, oder sagen wir anders: 1950 hatten sie auch keine schlechteren Ideen.

Wenn man noch nie eine Cinderella-Verfilmung gesehen hat, ist die sicher keine schlechte. Aber die IMDB listet allein 92 Titel bei "exact match Cinderella". Und der Zeichentrickfilm aus den 1950ern ist völlig okay.

Wer eine - zugegebenermaßen etwas düstere - Neubearbeitung des Cinderellastoffs konsumieren möchte, die trotz allem den Wurzeln treu bleibt, dem kann ich Cinders von MoaCube empfehlen.

LouanneSp
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Re: Filme und Filmkritiken

Post by LouanneSp » 26 Oct 2015, 03:37

Kleine Ziege, sturer Bock(2015)

gleich vorneweg: der film ist ja nun kein action-film, deswegen gibt es halt auch mal ein paar stellen, wo nur wenig passiert. ist bei einem nicht-action-film logischerweise normal. ich hätte mir 7-8 minuten weniger spielzeit und dafür eine straffere handlung gewünscht, aber das ist nichts anderes als jammern auf hohem niveau. der film macht nämlich kaum etwas falsch. hulle6 - - - - die handlung ist zwar einfach erklärt, aber trotzdem sehr gut umgesetzt, wie ich finde. ein mädchen aus der welt der opern und cello-konzerten trifft auf einen gelegenheitsarbeiter, der sich irgendwie durchs leben schlägt, dafür aber eben auch direkt im wahren leben ist, während das mädchen vor lauter cello üben kaum etwas vom wahren leben mitbekommt. - - - - aber die "zwei-welten-treffen-aufeinander"-sache wird hier nicht lieblos runtergespult, sondern mit herzblut völlig neu, frisch und witzig erzählt. eine klischee-handlung erwartend habe ich mich bei filmbeginn geweigert, die beiden hauptdarsteller auch nur ansatzweise ins herz zu schliessen. das kann ich eigentlich ziemlich gut. hat hier aber nicht geklappt. mein widerstand wurde durch charme, charakter und witz aufgelöst. fazit: tolle darsteller, gute atmosphäre, bitte öfter mal so einen film in die kinos bringen. xperia z5 premium handyhülle

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Dune (Spiel) > Dune (Film) > Dune (Buch)

Post by dejost » 28 Dec 2015, 10:04

Dune (1985)
Buch & Regie: David Lynch

Ich habe den Film vor über 10 Jahren zum ersten und bisher letzten Mal gesehen. Ich habe mich eher schlecht daran erinnert, denn beim Lesen des Buches hatte ich das Gefühl, dass er stark vom Buch abgewichen ist. Nachdem ich jetzt erstmalig das Buch gelesen habe, wollte ich nochmals den Film ansehen.
Zum Buch, das mich persönlich eher enttäuscht hat, siehe hier.

Dune als Verfilmung:
Die erste Hälfte des Films hält sich der Film stellenweise wortwörtlich ans Buch, wobei er dabei nur vielleicht 100 Seiten des Buches abdeckt. Dies löst er oft - und meist sehr elegant - in dem man die Gedanken der Figuren hört.
Dann geht der Film mit sehr großen Schritten voran, und packt 50 Seiten Buch in eine halbe Minute und lässt einfach sehr viel aus.
Insbesondere lässt er all die Kriegsverbrechen, schwierigen Entscheidungen, die immense Brutalität des Fremenlebens usw aus. Gurneys Männer und Freunde werden nicht abgeschlachtet, sondern Paul und Gurney laufen sich einfach mal so am Schlachtfeld über den Weg.

Dass der Film genau an der Stelle vom Buch beginnt abzuweichen, wo er es tut, hat folgenden Effekt (der wahrscheinlich von Lynch intendiert war):
Es gibt Gute und Böse. Denn am Anfang des Buches hat man doch den Eindruck, dass die Atreides die Guten sind. Sie sind zwar genauso auf alle Eventualitäten vorbereitet, mit Soldaten, Assassinen usw, aber sie machen davon kaum Gebrauch. Duke Leto Atreides begeistert die Fremen für sich, indem er das Leben seiner Leute als wichtiger einschätzt als Spice und ein Erntegerät (also wichtiger als Geld). Sobald Leto tot, Paul der Duke ist und um sein Überleben kämpft, ist jedwede moralinsaure Denke erledigt, und Paul und auch seine Mutter tun im Buch, was immer notwendig ist, koste es was oder wen es wolle. Ethische Überlegungen spielen keine Rolle, es wird vorausgesetzt, dass man tut, was notwendig ist, das wird nicht einmal differenziert geschildert, ist einfach so. Sie kämpfen auch immer weiter, obwohl zumindest nach einiger Zeit Paul sich doch einfach mit Mutter und allenfalls Chani irgendwohin absetzen könnte, wo er in Ruhe leben kann und nicht jeden Tag Männer in den Tod schicken muss, um mit Guerillataktik so viele Harkonnen abzuschlachten wie geht,
Abgesehen von den ersten 100 Seiten gibt es nur eine einzige Szene im Buch, wo Jessica, die Mutter von Paul, sich "mütterlich" verhält, und ihre Gefühle für ihren Sohn durchkommen, und sie ihm sinngemäß sagt, er soll halt mit seiner Konkubine glücklich werden, statt eine politische Heirat einzugehen (was er am Ende des Buches aber trotzdem tut). Im Film ist es genau andersrum, da gibt es im Wesentlichen nur eine Szene, wo die Mutter als die taffe Kämpferin Stilgar überwältigt und damit die Fremen in Schach hält.
Das einzig sonstige "weiche" im Buch, ist die Romanze zwischen Paul und Chani, die aber auch sehr vorherbestimmt ist und stellenweise eher unglücklich geschrieben. Im Film ist sie besser dargestellt, wird aber nur gestreift.
Im Buch sind die Harkonnen nur dahingehend böse, als sie gerne böse sind. David Lynch hat dahingehend imho massiv übertrieben, mit unnötiger Folter, bizarren Blutritualen, Vladimir Harkonnen ist nicht nur fett sondern auch noch durch Krankheit entstellt usw. Die im Buch sehr deutliche implizierte Homosexualität wird im Film bestenfalls angedeutet.

David Lynch hat sich erwartungsgemäß auf all die metaphysischen Aspekte des Buchs gestürzt. Auch St.Alia-the-Knife ist im Film gruseliger geworden als im Buch, was aber auch vielleicht daran liegt, dass im Buch immer wieder mal Kinder Feinde töten, im Film ist es halt nur St.Alia.

Oft werden zahlreiche Sachen im Film erwähnt, die bedeutungslos erscheinen, im Buch aber eine größere Rolle spielen, zB die Nennung von Atomics.

Zahlreiche Zitate des Films "The Sleeper must awaken", "Begin is a delicate time", "it is through my will I set my mind in motion" usw kommen im Buch gar nicht vor, bzw nur in anderer Form. Die Filmzitate sind da aber wesentlich prägnanter.

Inwieweit die Guild im Film so dargestellt ist, wie in den späteren Büchern, oder ob sie einfach nur von Lynch uminterpretiert wurde, weiß ich nicht. Der Padisha Emperor ist im Film jedenfalls deutlich böser, deutlich beeinflusster und deutlich aktiver als im Buch.

Der Film endet auch in einem richtigen Happy Ending, die Bösen sind besiegt, Paul herrscht als guter Herrscher, und was im Buch Jahrzehnte dauert, nämlich die Begrünung Arrakis wird filmisch im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Donnerschlag erledigt: Es regnet.

Dune als Film für sich:
So wie fast alle Sci-Fi-Filme nach Star Wars vor dem Siegeszug der Computeranimation muss sich auch dieser die Kritik gefallen lassen, dass die Special Effects schlechter sind als in Star Wars.
Insbesondere die zweite Hälfte wirkt sehr hastig produziert. Das liegt zum einen an den vielen Dingen, zu denen ich mich oben verbreitert habe, zum anderen auch daran, dass Lynch sich mit der Produzentin zerkracht hat, und er vermutlich manches nicht oder nicht so wie er wollte machen konnte. Viele Handlungsstränge sind unabgeschlossen: Thufir Hawat, Duncan Idaho, Liet-Kynes etc.
Das macht die zweite Hälfte im Standard-Cut (und nur den habe ich gesehen) etwas verwirrend, erst das Ende schließt dann das meiste ab.

Damals war das noch nicht üblich, aber hier hätte sich ein Zweiteiler mehr angeboten: Teil 1 die erste Hälfte des Films und die Kontaktaufnahme mit den Fremen, Teil 2 das Erarbeiten des Vertrauens der Fremen und der Kampf gegen die Harkonnen.


Dune und Star Wars:
Die Parallelen zwischen Star Wars und Dune sind ja geradezu aufdringlich: Science-Fantasy, Wüstenplaneten, galaktischer Herrscher, The Voice=Jedi Mind Trick, quasi-religiöse Orden, das Sarlacc-Pitmonster ist augenscheinlich von den Sandwürmern inspiriert.

Mein Dune-Resüme:
Dune (Spiel) > Dune (Film) > Dune (Buch)

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Re: Filme und Filmkritiken

Post by Der Alchemist » 18 Jan 2016, 15:41

Hier gibt es eine ausführliche und sehr berechtigte Kritik zu Star Wars VII.
In "Episode VII" geht alles noch wesentlich fixer. Das elternlose Mädchen Rey weiß sofort, wie es sich das Lichtschwert in die Hand sausen lassen kann, sie weiß, wie die Gedankenbeeinträchtigung funktioniert ("Du wirst die Tür öffnen und die Waffe fallen lassen"), die bisher lediglich Jedis wie Obi-Wan, der späte Luke und natürlich Darth Vader einzusetzen wussten.

In welche Schule ist Rae gegangen? Hat das Handauflegen im Keller schon genügt? Sie besteht den Schwertkampf gegen den halbdunklen Lord-Zögling, der doch alles bisher weggefegt hatte. Ist die Macht wirklich sooo stark in ihr, dass sie rein gar nichts tun muss, keine Buße, kein Fleiß, weder Demut noch Stärke und Training? Diese Beschleunigung mag mit der Ungeduld des heutigen Publikums erklärbar sein, schlüssig ist sie nicht.
Das bringt uns direkt zu den Todessternen zurück. Zwei Mal haben sich diese Dinger als Geldverschwendung erwiesen. Also dachte sich die First Order: "Vielleicht wird beim dritten Mal alles anders."
So schlecht war der Ausschnitt ja nicht: Er zeigte ein ganzes Sternensystem, ein paar Hinweise drumherum – jeder Space-Geodät im dritten Semester hätte mit etwas Ausprobieren und Abgleichen ratzfatz den Standort des letzten Jedi herausbekommen. Nach zwei Sekunden beim Blick auf das BB-8-Fragment zu sagen, dass sie keine Hilfe sei, grenzt an Arbeitsverweigerung.
Gnothi seauton. Kai genoio, hoios essi.

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Flatland: The Movie (2007)

Post by dejost » 02 Feb 2016, 08:24

Flatland: The Movie (2007)

Vorne weg, zur Unterscheidung, 2007 erscheinen 2 Verfilmungen von Flatland. Hier geht es um die 34minütige Version mit Martin Sheen, Michael York und Kristen Bell von Caplan/Wallace/Johnson.
Die andere, 98minütige, die ich nicht gesehen habe, soll wesentlich schlechter sein.

Als ich Flatland gelesen habe, hielt ich es ja für quasi unverfilmbar und war entsprechend überrascht, dass es nicht nur verfilmt wurden, sondern gleich mehrfach plus Sequels.

Der Film ist relativ simpel, aber sehr passend (und größtenteils 2D) animiert. Die Sexismus-Satire des Originals haben sie zur Gänze weggelassen, wohl weil es heutzutage in der Form nicht mehr zeitgemäß ist, der Film nur 34min lang ist und vermutlich auch, weil es als Kinderfilm taugen soll. Die geometrischen Erklärungen funktionieren mit animierter Unterstützung sehr gut. Spherius ist im Film sympathischer als im Buch.
Sonst halten sie sich mit ein paar dem Medium und der heutigen Dramaturgie geschuldeten Adaptionen doch sehr weitgehend an das Buch.

Resümee: War positiv überrascht.

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Ghostbusters

Post by dejost » 04 Oct 2016, 18:11

Ghostbusters: Answer the Call (2016)

In den 1980ern gab's einen Film namens Ghostbusters. Der fand eine Fortsetzung und war einer dieser "klassischen" 80er Filme.
2016 erschien ein Reboot. Während die Geisterjäger in den 1980ern allesamt Männer waren entschloss man sich für den Reboot nur Frauen zu nehmen.
Der Trailer (und dann auch der Film) hat eine Online-Hasswelle von bemerkenswertem Ausmaß ausgelöst, Misogynie und "Die haben meinen Lieblingsfilm aus meiner Kindheit ruiniert" haben sich da gut gegenseitig ergänzt, und der Umstand dass es ein Reboot war, von denen es zuletzt ja nur so wimmelt, hat da auch nicht geholfen.
Der Film war - vermutlich auch wegen dieser Kontroverse - nur mäßig erfolgreich. Ich fand ihn aber eigentlich ganz solide, wenn man die Werkshöhe des Original berücksichtigt.

Das Gute
die Balance zwischen Anleihen vom Original und neuen Ideen ist gut getroffen
der Humor ist ok
das "Genderreversal" ist ganz ausgezeichnet (4 Frauen als Action-Comedy-Heldinnen, mit einem unfähig-dämlichen Eyecandy-Sekretär)

Das Schlechte
der Film hat wenige herausragende Momente und einige Schwächen

Sonstig
alle lebenden Ghostbuster-Hauptdarsteller haben einen Gastauftritt bis auf R. Moranis, der dies abgelehnt hat. Der verstorbene Harold Ramis wird durch eine Büste vertreten.
Der Film war ewig in Entwicklung, es gab vermutlich mindestens 3 völlig verschiedene Ideen dafür. Dass es kein Sequel wurde, lag wohl auch daran, dass Bill Murray ein solches abgelehnt hat.
Es gab ein Spiel zum Film das gefloppt ist, und die Firma die es gemacht hat ist pleite gegangen.
Wer ein Sequel zu Ghostbuster I & II will, dem sei an dieser Stelle nochmals Ghostbuster: The Video Game (2009), erschienen für viele damaligen Plattformen, ans Herz gelegt: Die Story ist von Ramis und Aykroyd, alle Ghostbusters-Darsteller und einige mehr (Max von Sydow) sprechen ihre Figuren und das Spiel ist ansonsten ein solider, wenngleich generischer 3rd-Person-Shooter. Wenn ich die Rechte daran hätte, würde ich das mit aufgebohrter Graphik (und ev ein paar Zusatzmissionen) neu rausbringen.

:boo :boo :boo :boo :boo :boo :boo :boo :boo

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Re: Filme und Filmkritiken

Post by dejost » 06 Dec 2016, 13:52

The Prisoner of Zenda (1937)

Die Verfilmung des gleichnamigen Buches. Es gibt zwar einige, um nicht zu sagen zahlreiche Verfilmungen, aber diese wird laut Wikipedia als die "definitive" gesehen.
Ich kann das nachvollziehen, denn der Film hält sich genau ans Buch, und wenn er davon abweicht so eher zum Besseren, so finde ich zB Black Michaels Verhalten im Film etwas schlüssiger als im Buch und das Ende gab auch etwas mehr her. Die Darsteller sind allesamt ausgezeichnet (und ziemlich sicher auch schon alle lange verstorben, zB David Niven, der mit Fritz von Tarlenheim eine der jüngsten Rollen spielt, starb schon in den 1980ern.)
Pläne für eine Fortsetzung wurde nie realisiert.

Es gibt auch eine Verfilmung aus den 1970ern mit Peter Sellers, die sich wenig ans Buch hält und als Komödie angelegt ist, die würde ich gerne mal sehen.

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Blade Runner (Final Cut) - eine Kritik

Post by dejost » 08 Jan 2017, 00:00

Blade Runner (Final Cut)

So wie alle PK Dick Verfilmungen die ich gesehen habe (und soweit ich weiß, gilt das auch für die, die ich nicht geseshen habe) ist auch das keine Verfilmung, sondern man nahm einfach ein paar zentrale Elemente (Figuren, Handlungsstränge) und bastelte daraus einen Film: Es gibt künstliche Menschen (Androiden im Buch, Replicanten im Film) die kaum von echten Menschen unterscheidbar sind, die auf Kolonieplaneten arbeiten und nicht auf die Erde dürfen, wenn sie das doch tun, dann werden sie von Kopfgeldjägern/Blade Runnern, einer von ihnen Rick Deckard, in den Ruhestand geschickt ("retired").

Wie ich weitermachen soll, kann ich schwer sagen, da über den Film schon so viel von so vielen gesagt wurde.
Kurz zu den Versionen: Der Final Cut ist aus 2007, er enthält alle Gewalt, keine Voice-Over-Narration, die Einhorn-Traumszene, das Einhornorigami und - mangels Voice over - hat er auch nicht das Hollywood Happy Ending.

Da ich rezent das Buch rezensiert habe, gehen wir auf ein paar wesentliche Unterschiede ein - die "electric sheep" spielen kaum eine Rolle, und in Film-Deckards Leben überhaupt keine, eine Frau hat er auch nicht. Die Mercer-Religion, Buster Friendly mit seinen Sendungen, JR Isidore, die zweite Polizei mit deren Kopfgeldjägern und die Emotions-Maschine fehlen im Film gänzlich.
Auch die Andys/Skinjobs sind eigentlich völlig anders, denn im Buch haben sie wenig Emotionen und keine Empathie, im Film haben sie eine zu kurze Lebensspanne und kommen mit ihren Emotionen nicht ganz klar. Pris und Rachael haben im Film überhaupt keine nähere Beziehung.
Eine Liste aller kleinerer Unterschiede würde sehr lange und wenig spannend werden.

So, jetzt kommen schon die Spoiler: Im Buch zweifelt Deckard zwar an seiner Menschlichkeit, aber nur im moralisch-übertragenen Sinne. Im Film zweifeln die ZuseherInnen, ob Deckard nicht selbst ein Replikant ist, er selbst aber nicht.
In meiner Buchkritik bezeichne ich ja alle Androiden als ziemliche Arschlöcher, im Film sind sie entweder ambivalent (Leon, Pris und Roy) oder eh ok (Rachael). Gleich ist dafür, dass Deckard eher durch seinen Arbeitsalltag stolpert, weder im Buch noch Film wird klar, wieso er so ein super Kopfgeldjäger sein soll, abgesehen davon, dass er am Ende des Tages (eine Redewendung, die im Deutschen nur dann etwas verloren hat, wenn es wie hier um ein Tagesende geht) die Replikanten/Androiden erwischt hat.

Noch zur Replikantenfrage (vergleiche auch Total Recall): Es gibt ein paar Hinweise, dass - im Final Cut - Deckard ein Replikant ist, primär die Einhornsache, aber auch, dass er im Buch den Test gemacht hat, im Film nicht und dass er zwar Fotos hat, aber nur alte, und keine die einen Bezug zu ihm bzw seiner Familie aufweisen. Ein wenig unklar ist, wieso das so sein soll, im Buch würde das sogar mehr Sinn machen, da philosophieren sie drüber, ob nicht Androids besser Androiden jagen und er will ja auch, dass ihm Rachael genau deswegen hilft (während sie ihm in Film eher zufällig daherkommt, um ihm das Leben zu retten).

Ich habe mir kurz die Wikipedia-Zusammenfassung zu den 3 Fortsetzungsbüchern durchgelesen, aber die haben sich ziemlich schlecht angehört. Es soll ein Sequel geben, kommt Ende 2017, und soweit ich das jetzt auf die Schnelle herausgefunden haben, ist H. Ford dabei (und damit dann doch wohl kein Replikant) und R. Scott nicht.

Mir hat der Film besser gefallen als das Buch.
Ist es ein guter Film? Unbestritten.

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