Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Klassisches Forum, ohne jedwede Themenvorgabe, also zu allen anderen Themen

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Post by dejost » 06 Nov 2011, 20:23

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/201 ... isten_7401
Es sind seltene Einblicke in die straffen Organisationsstrukturen der rechtsextreme Szene, die jetzt über einen Aussteiger an die Öffentlichkeit gelangt sind. Mehr als 1.300 Beiträge, die in Auszügen ZEIT ONLINE vorliegen, hatten die Drahtzieher des ostdeutschen Neonazi-Netzwerkes Freies Netz in einem passwortgeschützten Bereich eines Forums gepostet.
Obwohl einige Mitglieder des Freien Netzes selbst NPD-Politiker sind, bezeichnet sich das Netzwerk als “außerparlamentarischen Widerstand” und “Gegenpol zur bestehenden Medienmafia”. In dem geschlossenen Forum sprechen die “Kameraden” Klartext. “Wir sind ja Nationalsozialisten”, schreibt etwa ein führendes Mitglied der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten” (JN). Die Auszüge stammen aus dem Jahr 2009 und sind deutliche Belege für das verfassungsfeindliche Weltbild der Szene.

Ganz offen geben die Rechtsextremisten zu, dass die ohnehin schon radikale NPD für sie “lediglich Werkzeug im politischen Kampf” ist. Die inhaltliche Ausrichtung der JN “in Richtung NS-Ersatzorganisation” werde bereits vorangetrieben, jubeln sie und fügen schnell hinzu: “natürlich nicht offiziell”. Mit massenhaften Eintritten aus der militanten Szene wolle man die Partei weiter radikalisieren.

Auch unangemeldete Aufmärsche und Gewalttaten wurden offensichtlich über das interne Forum vorbereitet. Kurz vor dem jährlichen Naziaufmarsch in Dresden schreibt ein User: “Wir haben uns überlegt, eine Polizeiwache anzugreifen und abzufackeln.”
Die Gruppe ist sich offensichtlich genau bewusst, dass ihnen Ermittlungen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung drohen könnten und haben bereits einen “Notfallplan” erarbeitet. Im Falle eines Verbots soll einfach “umgehend mit unterschiedlichen Namen” weitergemacht werden. Unterstützung erhofft das Freie Netz sich in diesem Fall auch von der NPD.
Um die Jugendlichen an die Szene zu binden, wird eine Erlebniswelt geschaffen, die im ländlichen Raum kaum eine demokratische Organisation bieten kann. So organisieren die Neonazis Wanderungen, Fußballturniere, Ausflüge, Protestaktionen auf kommunaler Ebene, etwa gegen die Schließung von Jugendklubs und Nazi-Konzerte.

Am stärksten ist das 2007 gegründete Freie Netz, in dem mehrere Hundert Rechtsextremisten organisiert sind, in Sachsen. Darüber hinaus existieren Strukturen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Die enge und gute Vernetzung untereinander spiegelt sich vor allem bei der Durchführung von öffentlichen Aktionen wider. Mehr als 300 Neonazis können über die Websites überregional in kürzester Zeit mobilisiert werden.

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Post by dejost » 13 Nov 2011, 09:40

orf.at wrote:Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft drei Rechtsextremisten aus Jena zehn Morde vor: Opfer waren zwischen 2000 und 2006 acht türkische und ein griechischer Kleinunternehmer [die sogenannten Dönermorde] sowie 2007 eine aus Thüringen stammende Polizistin in Baden-Württemberg. Das Trio - zwei Männer hatten sich laut Polizei vor einer Woche erschossen, eine Frau wurde verhaftet - war den Behörden bereits in den 90er Jahren wegen Verbindungen zum rechtsextremen „Thüringer Heimatschutz“ bekannt
edit: Nachträge:

Die Gruppe nannte sich Nationalsozialistischer Untergrund, hat sich zu einigen Taten in einem Video bekannt, es werden mittlerweile weitere Helfer gesucht und Verbindungen zum deutschen Verfassungschutz (!) näher untersucht, außerdem haben sie vermutlich noch weitere Straftaten, darunter einen Mordversuch und ein Nagelbombenattentat, begangen. Propaganda- Videos sind auch aufgetaucht.


Es gab die letzten Jahre also eine aktive Nazi-Terrorzelle, mitten in Deutschland, die mehrere, rassistisch motivierte Morde und wer weiß was noch alles begangen hat.

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Post by dejost » 24 Nov 2011, 11:28

Noch zum vorigen Post:
Mittlerweile ist auch ein Mittäter verhaftet worden, der für (oder mit?) den anderen Propagandavideos udgl gemacht.

http://derstandard.at/1319183561778/Int ... er-gesehen
Die Neonaziszene im allgemeinen habe sich in den Jahren seit der Wiedervereinigung Deutschlands stark radikalisiert - mit wachsendem Frauenanteil
Der Standard interviewt dazu Bernd Wagner, der Neonazis beim Ausstieg aus der Szene hilft.
derStandard.at: Wie gefährlich ist ein solcher Ausstieg?

Wagner: Durchaus gefährlich. Ein Ausstieg wird natürlich als Verrat gesehen, die Aussteiger als Volksverräter. Nicht selten werden Bilder und Informationen zu den Betroffenen im Internet auf einschlägigen Seiten veröffentlicht, und die Personen dazu "freigegeben", mit ihnen "alles" zu tun. Das sind im Prinzip Aufrufe zum Fememord. Auch haben wir schon groß angelegte Verfolgungen von Betroffenen erlebt. Will man aussteigen, muss einem klar sein, dass das kein leichter Weg ist. Und es gibt kein Zurück.
Es hat sehr viel mit einem Sektenausstieg gemein. Und es gibt auch so etwas wie Entzugserscheinungen, Phasen, in denen man bereut, diesen Schritt getan zu haben.
Die Szene hat sich als brutaler Krake in ganz Deutschland nach der Wiedervereinigung ausgeprägt. Das Potential aus der DDR und das westdeutsche flossen ineinander. Die historische Mission, die Vorstellung einer Chance auf ein neues Reich und die relative Schwäche des Staates radikalisierte sie. Die rechtsextreme Kriminalität stieg stark an, bis heute sind mehr als 180 Todesopfer und unzählige Schwerverletzte zu beklagen. Eine Hasskultur und Hassindustrie blühte auf und brachte immer neue junge Leute zur Bewegung. Ein Verbot der NPD würde nichts ins Schlimmere verändern, es ist alles durchradikalisiert, auch die NPD.
Sonst finden sich aber keine Zahlen in dem Interview, zB wie groß die Szene ist, wie viele ausgestiegen sind etc.

edit:
Und in einem Interview mit einer Aussteigerin meint diese, dass wer (so richtig) in dieser Szene ist, auch prinzipiell bereit ist zu töten.

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Post by dejost » 12 Dec 2011, 13:57

Wie konnten eigentlich die vielen Nazis nach dem Krieg flüchten, und wer half ihnen?

http://derstandard.at/1323222459076/Flu ... zur-Flucht

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Post by dejost » 11 Jan 2012, 13:59

Nähe Westbahnhof wurde ein türkischstämmiger Jugendlicher von mehreren Skinheads auf offener Straße krankenhausreif geprügelt.

Des weiteren schreibt der Falter:
Zeit seines Lebens machte der
vergangene Woche verstorbene
Otto Scrinzi kein Geheimnis aus seiner
rechtsradikalen Gesinnung. Warum
hätte er auch sollen, konnte man
doch als Naziveteran Karriere machen
in der Zweiten Republik. So wurde
der studierte Nervenfacharzt im Jahr
1955 zum Primarius der psychiatrischen
Männerabteilung des Landeskrankenhauses
Klagenfurt ernannt.
Weit bekannter und berüchtigter
als der Arzt Scrinzi war aber
der politische Mensch und Politiker.
Während der NS-Zeit war er
SA-Sturmführer und Mitglied der
NSDAP, Mitgliedsnummer 7897561.
Ab 1940 arbeitete er als Assistent am
Institut für Erb- und Rassenbiologie
der Universität Innsbruck.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war
Scrinzi Mitbegründer des VdU (Verein
der Unabhängigen), der Vorgängerorganisation
der FPÖ. Für die Freiheitliche
Partei saß er von 1966 bis
1979 im Nationalrat, zwischen 1966
und 1974 sogar als stellvertretender
Parteichef. Unter FPÖ-Chef Norbert
Steger überwarf er sich mit den Blauen
wegen ihres damals liberalen Kurses
und gründete 1984 die National-
Freiheitliche Aktion.
Erst nach Jörg Haiders erfolgreichem
Putsch gegen Steger 1986 fand
Scrinzi zur FPÖ zurück.

1980 zitierten ihn die Salzburger Nachrichten
mit dem Satz, dass er politisch
„schon immer rechts war, auch innerhalb
der NSDAP“; vier Jahre später,
1984, war im Profi l von ihm zu lesen,
dass es „nützlich“ wäre, „wenn sich die
Unterbegabten in der Bevölkerung sterilisieren
lassen würden“.
FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian
Strache sieht sich Scrinzis Biografi
e bis heute verpfl ichtet und sagte
zu dessen Ableben, der Verstorbene
sei jemand gewesen, „der die Werte
unserer Gesinnungsgemeinschaft
immer gelebt hat“. Auch das offi zielle
Österreich zollte Scrinzi Respekt,
war er doch Träger des Großen Goldenen
Ehrenzeichens für Verdienste um
die Repuplik. Am 2. Jänner ist der gebürtige
Tiroler im Alter von 93 Jahren
verstorben.
Soviel zu den Werten der Gesinnungsgemeinschaft FPÖ.

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Post by dejost » 30 Jan 2012, 14:52

http://derstandard.at/1326504076648/Neo ... rkschafter
Ein 17-jähriger Junggewerkschafter, der sich für die Demonstrationen gegen den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) engagierte, hat vergangene Woche einen Drohbrief im Postkasten seiner Wohnung entdeckt. "Hoer auf gegen Rechts zu kämpfen!!! Heil Hitler", stand darin geschrieben. Die Buchstaben wurden aus einer Zeitung ausgeschnitten und auf einen Zettel geklebt. Handschriftlich ergänzten die Verfasser die Drohung mit dem Satz "Es hat Konsequenzen" und zwei Hakenkreuzen.
Auch Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) wurde zuletzt von Neonazis bedroht, berichtet die Gratiszeitung "Heute". In einem E-Mail, das unter anderem an Kurz gegangen ist, drohte eine Gruppe namens "We support Anders Breivik" mit chemischen Anschlägen und "christlichen Kamikaze"-Angriffen. Die Gruppe, die sich selbst als "Organisation von Ariern" bezeichnet, richtet ihre Drohungen auch an Organisationen und Unternehmen, die "ethnische Türken oder Juden" beschäftigen.
http://de.wikinews.org/wiki/Piratenpart ... cher_Hetze
Hass-Mails von Rechtsextremisten hat die scheidende Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, wegen ihres jüdischen Glaubens erhalten. Auf Internetseiten von Neonazis wurde ihr Bild mit dem Hinweis veröffentlicht: „Juden erobern die Deutsche Parteienlandschaft“.

Zu erwähnen ist auch, dass HC Strache am diesjährigen WKR Ball anlässlich der Gegendemonstration gesagt hat "Wir sind die neuen Juden".
http://derstandard.at/1326504087157/Nac ... mit-Folgen
[Öllinger dazu:]"Strache hat in seiner Festrede auch erklärt: 'Ich bin stolz auf jeden unserer Alten Herren.' Das war kein Lapsus, das war nicht nebenbei. Das kann man nur als klares Bekenntnis auch und gerade zu jenen Alten Herren interpretieren, die als hohe Nazis tätig waren: ob das nun Ernst Kaltenbrunner, Irmfried Eberl, der Kommandant des KZ-Treblinka, Aribert Heim, der 'Dr. Tod', Otto Skorzeny oder die Nazi-Ikone Horst Wessel waren."

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Post by dejost » 31 Mar 2012, 09:37

Nazis gibt's leider vielerorts:
Der 24-jährige Daniel Zamudio war Anfang März von vier jungen Männern brutal zusammengeschlagen und sechs Stunden lang gefoltert worden. Die Angreifer hatten auf den Kopf des Homosexuellen eingeschlagen, brennende Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt und Nazi-Symbole in seine Haut geritzt. Zamudio starb 25 Tage später an seinen Verletzungen.

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Post by dejost » 07 Jun 2012, 12:10

Wie schon im vorigen Post erwähnt, Nazis gibt's leider vielerorts.

Anlass ist, dass ein Vertreter der gleich näher dargestellten griechischen Partei im Rahmen einer Fernsehdiskussion (war allerdings nicht live) ausgezuckt ist und auf seine Kontrahentin eingeschlagen hat, weil ihn diese wegen seines mutmaßlich kriminellen Vorleben angesprochen hat.
http://www.youtube.com/watch?v=2Hk2FqoZoOQ (am Ende blenden sie aber weg, unklar wie brutal das weitergegangen ist).
Immerhin hat man ihn nachher verhaftet.
Gewalt ist die Zuflucht der Inkompetenten.
edit: Danach hat er Klage gegen die anderen Politikerinnen eingereicht, weil ihn diese provoziert haben. In einem anderen, nicht zusammenhängenden Vorfall haben Parteifreunde von ihm woanders eine Prügelei angefangen - Gewalt scheint dort zum normalen Umgang zu gehören.

http://orf.at/stories/2124422/2124423/
Erst Mitte Mai hatte der Parteichef der Goldenen Morgenröte, Nikos Michaloliakos, die Existenz von Gaskammern in den Konzentrationslagern des Zweiten Weltkrieges bestritten. Es habe keine Öfen zur Einäscherung und keine Gaskammern gegeben - „das ist eine Lüge“, sagte Michaloliakos in einem Fernsehinterview. Er habe „zahlreiche Bücher“ gelesen, in denen die Zahl von sechs Millionen ermordeter Juden in der Nazi-Zeit in Zweifel gezogen werde.

Die faschistische Partei erhielt bei der Parlamentswahl vom 6. Mai 6,9 Prozent der Wählerstimmen und errang damit 21 Abgeordnetenmandate.
Michaloliakos sagte in dem für den Privatsender Mega geführten Interview, er sehe in Adolf Hitler eine „große Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts“. Wenn er das Grußwort „Heil“ im Zusammenhang mit Hitler nicht verwende, so liege das lediglich daran, „dass man das nur für einen Lebenden sagt“, fügte Michaloliakos hinzu. 1987 hatte er einen Aufruf unterzeichnet, in dem der Hitlergruß empfohlen wurde.
Immerhin wurden sie als einzige Partei bei den diversen Regierungsverhandlungen geschnitten und auch sonst hält keiner von denen so viel - außer eben den fast 7% WählerInnen!

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Post by dejost » 13 Jun 2012, 17:24

orf.at wrote:In den vergangenen Monaten haben sich in Ungarn antisemitische Vorfälle gehäuft. Jüdische Friedhöfe wurden geschändet, Juden angepöbelt. Nun wurde bekannt, dass sich ein rechtsextremer Politiker per Gentest bescheinigen ließ, keine „Juden- oder Romagene“ zu haben.

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Post by dejost » 12 Jul 2012, 08:11

http://derstandard.at/1341845047399/Neo ... nd-YouTube
Neonazis nutzen soziale Plattformen verstärkt für die Verbreitung rechtsextremer Hetze und die Rekrutierung von Jugendlichen. Vor allem auf Facebook und Youtube wird versucht Jugendliche mit "provokanten Events" und "subversiven Taktiken" zu gewinnen. Das geht aus dem aktuellen Bericht "Rechtsextremismus online" von jugendschutz.net hervor.
Mit emotional aufgeladenen Themen wie Arbeitslosigkeit, Finanzkrise oder sexuellem Missbrauch werde versucht, Personen außerhalb der Szene zu erreichen, sagt Stefan Glaser, Leiter des Bereichs Rechtsextremismus von jugendschutz.net. "Für Rechtsextreme sind die Mitmachnetze inzwischen das wichtigste Rekrutierungsfeld." Der rechtsextreme Kontext etwa von Facebook-Gruppen werde dabei oft verschleiert. Erst durch Links würden Nutzer auf einschlägige Seiten geführt.
Das ist zwar keine gute Sache, aber hört sich mehr wie rickrolling an. Problematischer ist das Folgende:
Rechtsextreme seien zudem zunehmend radikaler und würden sich vor Strafverfolgung sicherer fühlen. So seien 2011 doppelt so häufig unzulässige Inhalte auf rechtsextremen Websites gefunden worden wie im Jahr zuvor. [...] Beratungsstellen würden immer öfter Anfragen erhalten, die sich um ernste Straftaten drehen.

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Post by dejost » 13 Aug 2012, 14:43

In Athen wurde jetzt ein Migrant in der Innenstadt erstochen. Zeugen berichten, dass die Tätergruppe zunächst andere fremdländisch aussehende Personen belästigt hat, daher wird von einem rechtsextremen Hintergrund (vergleiche dazu auch etwas weiter oben) ausgegangen.


http://derstandard.at/1343744323115/Sik ... ich-selbst
[US-Nezonazi]Page hatte am Sonntag in dem Tempel in Oak Creek (US-Staat Wisconsin) wahllos auf Gläubige gefeuert und dabei sechs Menschen getötet und drei verletzt. Dazu zählt ein Polizeibeamter, der gerade einem Opfer half, als Page auf ihn schoss.

http://derstandard.at/1343744671508/Mas ... -White-Men
[Hatecore, der] Soundtrack der Neonazi-Szene. Die Bands mit ihren kahlgeschorenen Köpfen, den Hakenkreuz-Tätowierungen und den Hasstiraden gegen Juden, Schwarze und Immigranten bereiten den Behörden Kopfzerbrechen. Rund 140 hatecore Bands gibt es laut Anti-Defamation League in Amerika, berichtet der Boston Globe. Ihre Musik findet Anhänger unter Jugendlichen und gilt für viele als erster Kontakt zu Amerikas Neonazi-Szene.
In den Neunziger Jahren haben Amerikas White Supremacists" Musik als ideales Rekrutierungsinstrument für sich entdeckt. 1999 kaufte der mittlerweile verstorbene Physikprofessor und Gründer der rechtsextremen Gruppe National Alliance, William Pierce, das Musiklabel Resistance Records. "Stellt euch nur vor, was wir mit Millionen orientierungslosen weißen Jugendlichen machen könnten, wenn uns MTV gehören würde", soll Pierce bei einer Konferenz der National Alliance 1998 gesagt haben.

Plötzlich war das Gebrüll der Skinheads nicht länger Proletenmusik, sondern lukratives Mittel zum Zweck um die ausgedünnten Ränge der old school Rassisten mit jungen wütenden Kahlköpfen zu füllen. Pierces Konzept ging auf. Laut Schätzungen setzt Resistance Records jedes Jahr mit Bands wie Angry Aryans und Iron Youth mehr als eine Million Dollar um.

Amerikas Rechte hat seit Obamas Amtsantritt 2008 einen enormen Aufschwung erfahren, meldet die Bürgerrechtsorganisationen Southern Poverty Law Center in ihrem aktuellen Bericht. Zurzeit gebe es 1,018 "Hassgruppen" in Amerika (wobei die Hassobjekte variieren können, von Homosexuellen über Immigranten bis hin zu Obama-Anhängern). Die meisten Gruppierungen seien der Patriot Movement zuzurechnen, die die Legitimität des Staates nicht anerkennen und die Regierung als ihren Hauptfeind betrachten. In den Neunzigern sorgten Anhänger der Bewegung für diverse Bombenanschläge in den USA, darunter der Anschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City 1995, bei dem 168 Menschen ums Leben kamen.

Attentäter Timothy McVeigh holte sich damals Inspiration bei einer ganz besonderen Lektüre: den Turner Diaries, einem Roman in dem Neonazis die US-Regierung stürzen, Schwarze, Juden und Nicht-Weiße töten und eine weiße Weltordnung ausrufen. Das Buch gilt als Bibel für Amerikas Rechte. Der Autor ist kein Unbekannter: Musiklabelbesitzer William Pierce.

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Post by dejost » 20 Aug 2012, 10:42

http://derstandard.at/1345164527564/Ant ... ael-Ungarn
Ungarische Fußballfans haben am vergangenen Mittwoch bei einem Match zwischen Israel und Ungarn in Budapest antisemitische Tiraden beim Abspielen der israelischen Nationalhymne "Hatikva" ausgestoßen. Wie israelische Medien am Wochenende weiter berichteten, dauerten die Störaktionen während des gesamten Spiels an und sind auch in einem auf YouTube veröffentlichten Videoclip zu sehen.
Aus der Menge der ungarischen Fans waren Rufe wie "dreckige Juden", "Buchenwald" oder "Viva Mussolini" zu vernehmen. Manche drehten während des Abspielens der Hatikva dem Spielfeld den Rücken zu. Peter Morvay, Redakteur des Privatsenders ATV, erklärte, die antisemitischen Ausfälle seien nicht nur von ein paar "Verrückten" ausgegangen, der "ganze Haufen" der Anhänger des ungarischen Teams habe sich so verhalten.
Efraim Zuroff, der Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Israel, fordert bereits seit Jahren ein entschiedenes Vorgehen der ungarischen Behörden gegen den Antisemitismus im Lande. Vorfälle wie die während des Länderspiels seien Indizien für ein größeres Problem, nämlich einem wachsenden Antisemitismus. Dieser werde durch die ultranationalistische Jobbik-Partei ermutigt, die die ungarische Mittäterschaft an den Verbrechen des Holocaust leugne und Sympathien für die iranische Sicht auf Israel hege.

Wie die "Jerusalem Post" kritisiert, hätten sich die ungarischen Behörden noch nicht für die antiisraelischen und antisemitischen Ausfälle während des sogenannten "Freundschaftsspiels" am 15. August entschuldigt.
Poster weisen daraufhin, dass es ähnliche Vorkommnisse nicht zum ersten Mal bei Fußballspielen in Ungarn gegeben hat.

Heute geht übrigens der Prozess um diverse Nazi-Homepages weiter.

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Post by dejost » 03 Sep 2012, 15:50

http://religion.orf.at/stories/2548411/
„Mit antisemitischen Beschimpfungen auf offener Straße bedacht zu werden, gehört leider zum Alltag für Wiener Juden. Dass dies jedoch vor den Augen, also in tatsächlicher Präsenz von Polizeibeamten geschieht, war eine Premiere für mich. Dass diese Polizisten tatenlos zusehen und auch noch grinsen, ein regelrechtes Schockerlebnis.“
„Hau ab, Du Scheiß-Jude! Juden raus! Heil Hitler!“. Mit diesen und anderen Worten war laut einem der APA vorliegenden, schriftlichen Protokoll ein Wiener Rabbiner am Donnerstag am Schwedenplatz in der Wiener Innenstadt von einem Fußballfan beschimpft worden. Laut den Angaben wurde der Vorfall von in etwa drei Metern entfernten Polizeibeamten beobachtet.
Als der Betroffene die Polizisten fragte, ob sie nichts dagegen unternehmen wollten, bekam er laut seinen Angaben von einem der Beamten die Antwort: „Na hörn’s, heut’ is Fußball!“. Der Fußball-Fan soll währenddessen noch immer mit zum Hitlergruß erhobener Hand vor dem Rabbiner gestanden sein. Laut dem Protokoll versuchte der Geistliche ohne Erfolg, weitere Polizeibeamte über den Vorfall zu informieren.
Die Kultusgemeinde sieht eine Gefahr in der "Passivität einzelner Beamter" (das ist ja recht milde ausgedrückt für im Endeffekt böswillige Arbeitsverweigerung), und der Landespolizeidirektor (wenn's vorige Woche war: Präsident) hat sich persönlich entschuldigt.

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Post by dejost » 11 Oct 2012, 07:48

http://derstandard.at/1348285647348/Rec ... ekrutieren
Von den Medien weitgehend unbeachtet versuchen europäische Rechtextremisten, die Aktionsform des Flashmobs (über soziale Netzwerke organisierte "spontane" Massenaufläufe) für ihre Zwecke zu verwenden. Als Soundtrack dient ein russischer Techno-Song mit einschlägigem Refrain.
Der bei sogenannten "Hardbass-Flashmobs" populärste Song ist "Мы хард басс в ваш дом приносим 1488" - "Wir bringen Hardbass zu dir nach Hause - 1488".

Der Zahlencode 14 bezieht sich auf zwei Slogans des US-Neonazis David Eden Lane, die aus jeweils 14 Wörtern bestehen, die Doppel-Acht bezieht sich auf Lanes "88 Gebote", steht aber auch für zweimal "H", den achten Buchstaben des Alphabets, und soll den Hitlergruß darstellen.
Mittlerweile gibt es auf Youtube Dutzende Videos, in denen junge Männer zu "Hardbass"-Klängen durch die Innenstädte osteuropäischer Metropolen tanzen. Neben Russland ist die Bewegung auch in Tschechien aktiv, besonders in Prag und der Industriestadt Ostrava. Auch in Deutschland, Frankreich und Spanien wurden bereits "Hardbass-Flashmobs" veranstaltet.

Dass es den "Hardbass"-Anhängern entgegen ihren Beteuerungen nicht nur um drogenfreies Tanzvergnügen geht, ist an den Schildern abzulesen, die sie auf ihren Kundgebungen in die allgegenwärtige Kamera halten: So hüpfen die "Nationalen Sozialisten Rostock" mit "Demokratie = Volkstod"-Tafeln durch die Fußgängerzone, die katalonischen "Identitären" des "Casal Tramuntana" demonstrieren in Kuh- und Superman-Anzügen gegen "Hass und Intoleranz der Linksextremen", und bei osteuropäischen "Hardbass-Flashmobs" wird auch gern der Hitlergruß gezeigt.

Ältere Rechtsextremisten sind von "Hardbass" nicht gerade begeistert: In einschlägigen Foren wird erbittert gestritten, ob es sich bei elektronischer Tanzmusik um ein geeignetes Mittel zur Rekrutierung Jugendlicher oder doch um "Negermusik, die der weißen Rasse nicht würdig ist", handelt.
Naziideologie ist letztlich auf Menschenhass und (Raub-)Mord ausgelegt bzw kann langfristig ohne dieser nicht funktionieren.
Jugendliche heutzutage werden vielfach den Hintergrund nicht haben, sind aber vielleicht aufgrund von Medien und der Verallgemeinerung von einzelnen, eigenen Erfahrungen kritisch gegenüber Migration (von anderen) eingestellt.
Mit diesen - nur auf den ersten Blick harmlosen - Veranstaltungen (tanzen zu Musik, was soll da schon dabei sein?) werden die Schritt für Schritt in eine rechtsextreme Richtung gelenkt, ohne dass sie es selber zunächst merken.

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Post by dejost » 02 Nov 2012, 07:13

http://derstandard.at/1350259963309/Gri ... orgenroete

Mal wieder die Morgenröte in Griechenland.
Im krisengeschüttelten Griechenland drängen Mitglieder der rechtsextremen Partei "Goldene Morgenröte" in immer mehr Bereiche, die früher dem Staat vorbehalten waren. Sie organisieren Lebensmittelverteilungen, geben Kleider an Bedürftige aus und organisieren mittlerweile sogar eine Blutbank und eine Arbeitsvermittlung - alles "nur für Griechen".

Da die "Morgenröte" auch von vielen griechischen Polizisten unterstützt wird, die über schlechte Bezahlung und gewalttätige Demonstranten klagen, ist ein Graubereich entstanden, in dem sich Beamte an Übergriffen gegen Migranten, Linksaktivisten und Homosexuelle beteiligen oder diese zumindest ungestraft lassen. Die Angreifer gehen mit Holzknüppeln und Eisenstangen gegen ihre Opfen vor, in mehreren Fällen wurden auch Hunde auf Immigranten gehetzt.
Ein am 23. Oktober veröffentlichter Bericht des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR dokumentiert 87 rassistische Übergriffe zwischen Jänner und September dieses Jahres, von denen bisher kein einziger bestraft wurde. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da viele Opfer entweder keine Anzeige erstatten oder von der Polizei abgewiesen werden, so der Bericht.
In Umfragen halten die Goldenen Morgenräte dzt bei 22%, womit sie drittstärkste Partei wären.
Der britische "Guardian" berichtet, dass in mehreren Fällen Personen, die sich über Immigranten beschweren wollten, von der Polizei an die "Goldene Morgenröte" verwiesen wurden. Dort werde man sich ihrer Probleme annehmen, sicherten die Polizisten zu.
Ein griechischer Polizeioffizier gab gegenüber dem "Guardian" an, Mitglieder der "Morgenröte" hätten die Sicherheitsbehörden unterwandert. Das Problem sei dem Verfassungsschutz bekannt, dieser unternehme aber nichts dagegen, weil man sich seiner Meinung die Möglichkeit offenhalten wolle, die rechten Schlägertrupps gegen linke Demonstranten einzusetzen.

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Post by dejost » 07 Nov 2012, 18:53

http://wien.orf.at/news/stories/2557836/

Einen Bodensatz von 5% Holocaustleugnern gibt's bei uns immer noch. Und das ist eine Verbesserung!
Der Anteil der Holocaust-Leugner in Österreich liegt immer noch bei fünf Prozent. Das ergab eine langjährige, repräsentative Umfrage der GfK-Austria unter 1.000 Österreichern. Unterschiede liegen vor allem bei Alter und Bildung.
Der Prozentsatz derer, die den Holocaust als „nicht historisch erwiesen“ ansehen, lag 1979 noch auf 15 Prozent und ist seither kontinuierlich gesunken. Seit 2007 pendelte er zwischen fünf und sieben Prozent.
Den Unterschied machen bei allen Fragen vor allem Alter und Bildungsgrad aus: Während Jüngere und höher Gebildete eine Mitschuld Österreichs am Holocaust sehen und sich einen offenen Umgang mit dem Thema wünschen, ist bei Älteren, weniger Gebildeten und Bewohnern kleiner Orte der Anteil jener höher, die den Holocaust leugnen und Deutschland für alleinverantwortlich halten.

An die Mitschuld Österreichs glauben im Durchschnitt drei Viertel der Befragten, 16 Prozent machen die Deutschen alleine verantwortlich. Jeder Zehnte äußerte sich dazu nicht - darunter vor allem auch jene, die das Vergessen der Geschichte befürworten.

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Post by dejost » 03 Dec 2012, 07:39

http://orf.at/stories/2154254/
Erst kürzlich schlug ihr Parlamentsabgeordneter [der Partei Jobbik] Marton Gyöngyösi vor, alle Juden zu erfassen, die als Abgeordnete im Parlament sitzen oder der Regierung angehören.

Gyöngyösi rechtfertigte diese Forderung damit, dass Juden ein „Risiko für die nationale Sicherheit“ seien.
Es gab eine groß angelegte Demonstration gegen diese Äußerungen, die auch international beachtet wurde.

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Post by dejost » 14 Jan 2013, 10:15

http://orf.at/stories/2161099/
Mehrere hundert Menschen haben gestern in Budapest gegen romafeindliche Kommentare in der regierungsnahen Presse demonstriert. Der Protest richtete sich gegen den Publizisten Zsolt Bayer, einen Freund von Ministerpräsident Viktor Orban und Mitbegründer dessen Partei FIDESZ-MPSZ.
Bayer hatte in einem vor einer Woche von der Tageszeitung „Magyar Hirlap“ veröffentlichten Beitrag geschrieben, „die meisten Roma“ seien „Tiere“, viele Roma seien „Mörder“. Die meisten Roma seien „nicht zum Zusammenleben“ geeignet und sollten „nicht existieren“, hieß es in dem Beitrag weiter.
Bayer ist auch ein Organisator der „Friedensmärsche“, bei denen die Massen unter EU-kritischen Parolen für Orban demonstrieren. Der Regierungschef hat sich bisher nicht zum Kommentar seines Freundes geäußert.

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Post by dejost » 24 Jan 2013, 15:15

http://ooe.orf.at/news/stories/2568436/
Ein rechtsradikales und äußerst brutal agierendes Netzwerk hat eine Sonderkommission in den Bezirken Vöcklabruck und Ried ausgehoben. 24 Verdächtige konnten festgenommen werden. Der Gesamtschaden dürfte mindestens 3,5 Mio. Euro betragen.

An der Spitze der Organisation stehen vier amtsbekannte Gewalttäter aus der rechten Szene. Sie sitzen in Untersuchungshaft.
Ihre Vereinigung, die sie „Objekt 21“ nannten, umfasste laut Polizei mindestens 200 Mitglieder, die allesamt der oberösterreichischen rechtsradikalen Szene zuzuordnen waren.
Die führenden Köpfe des rechtsradikalen Netzwerkes werden beschuldigt, einen regen Handel mit teils verbotenen Schusswaffen, Kriegsmaterial und Munition betrieben zu haben. In Summe hat die Polizei bisher 80 Verdächtige einvernommen, 24 wurden festgenommen. Zurzeit sitzen zehn Personen in Untersuchungshaft. Bei den Einvernahmen zeigten sich die meisten Verdächtigen durchaus gesprächig.

Demnach sollen die Chefs der kriminellen Organisation zum einen mehrere Einbrüche und Raubüberfälle selbst verübt haben, zum anderen sollen sie andere Mitglieder zu einer Reihe von Sraftaten angestiftet haben. Auf das Konto der Gruppe gehen laut Polizei mindestens 23 Einbrüche, Raubüberfälle, Internetbetrügereien, Brandanschläge, illegale Prostitution und Körperverletzungen.
In einem Fall sollen sie einen Geschäftsführer eines Bordells entführt haben, den sie dann mit einer „Flex“ misshandelten.
Im Zuge der Ermittlungen verhaftete die Polizei in Wien einen aus Oberösterreich stammenden Unternehmer aus dem Rotlichtmilieu. Der Verdächtige wird von Mitgliedern der kriminellen Organisation schwer belastet. Er soll Auftraggeber eines Brandanschlags auf einen Saunaclub in Wien gewesen sein - mehr dazu in Brandanschlag: Rotlichtboss verhaftet (wien.ORF.at).

Der Mann soll gezielte Störaktionen bei Konkurrenzbetrieben und Nötigung in Auftrag gegeben haben. Der Anwalt des Geschäftsmannes geht von einer Intrige aus und dass die Unterwelt seinen Mandanten loswerden wolle. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Mehrere der Personen, die nach Brandanschlägen auf Bordelle in Untersuchungshaft sitzen, sind amtsbekannte Rechtsextreme. Sie gehörten der vor zwei Jahren aufgelösten Vereinigung „Objekt 21“ an, die ihren Sitz in einem Bauernhof im Bezirk Vöcklabruck hatte. Eigentümer des Hauses ist ausgerechnet der Vater von Regisseur Stefan Ruzowitzky, der für sein KZ-Drama „Die Fälscher“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Er hatte nicht geahnt, wer sich in dem Gebäude einquartiert hat, und wurde die unliebsamen Mieter erst mit einer Delogierung Ende 2012 los.
Im Sommer 2010 stellte sich heraus, dass die rechte Gruppierung auch einen Internetversand betreibt. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung führte daraufhin eine Hausdurchsuchung durch. Im Jänner 2011 wurde „Objekt 21“ schließlich aufgelöst. Zwei Monate später zeigten die Grünen bei der Staatsanwaltschaft Wels an, dass ehemalige Aktivisten erneut im Internet einschlägige Ware zum Kauf anbieten. 2012 wurde ein Mitglied der Vereinigung wegen jahrelangen Handels von verbotenen Gegenständen rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.

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Post by dejost » 06 Feb 2013, 18:09

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... suedhessen

Ein Artikel in der Zeit über die Hammerskins, eine Neonazigruppierung.

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Post by dejost » 22 Feb 2013, 07:15

http://derstandard.at/1361240748993/Ung ... elerschaft

Das ungarische Pendant zur ÖH, mit einem großen Anteil an Mitgliedern der rechtsextremen Jobbik (Die Besseren) führt seit einiger Zeit (genauer Umfang noch ungeklärt) Listen über Studierenden, wo sie unter anderem reinschreiben wer Jude, wer Rom/Sinti ist, wer politisch genehm ist und wer nicht (und einen Haufen unflätiger Beleidigungen).

Die Hochschülerschaft vergibt dort auch Stipendien und Fördergelder.

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Post by dejost » 05 Apr 2013, 08:09

http://news.orf.at/stories/2175183/
Vier Morde innerhalb weniger Wochen: Vertreter der US-Justizbehörden scheinen zum Ziel eines Rachefeldzugs einer rassistischen Gefängnisbande geworden zu sein. Alle Opfer waren an einem Prozess gegen Mitglieder der Gang Arische Bruderschaft beteiligt. Auch wenn bei der Aufklärung noch einige Puzzlesteine fehlen, die mächtige und vor allem brutale Neonazi-Gang dürfte nun Rache nehmen. Und das zeigt Wirkung: Ein Staatsanwalt ließ sich bereits von einem Fall gegen die Bruderschaft entbinden.
Die US-amerikanische Organisation Anti-Defamation League (ADL) bezeichnet die ABT laut BBC als eine der brutalsten Extremistengruppen in den USA. Mindestens 30 Morde sollen auf ihre Rechnung gehen, das Southern Poverty Law Center spricht sogar von 100. Ein Gutteil davon sollen „interne“ Tötungen sein: Mitglieder, die mit den Behörden kooperieren, werden umgebracht.

Texanische Medien gehen von 2.000 bis 2.600 Mitgliedern aus. Im Magazin „Daily Beast“ schildern Gefangene, dass die Gruppe praktisch jedes Gefängnis des Staats kontrolliere und dort quasi ein Terrorregime aufgezogen habe. „Blood in, Blood out“ sei das Prinzip: Man werde Mitglied, wenn man einen Mexikaner verletze oder gar töte. Und die Mitgliedschaft ende erst mit dem Tod.
Der Neonazi-Experte TJ Leyden sagte gegenüber der BBC, die Neonazi-Tätowierungen der Mitglieder seien auch eine Form der Kontrolle: Ein normales Leben damit zu führen sei praktisch unmöglich, man bleibe daher in der Gang. Anderen Experten zufolge sind die letzten Ereignisse eigentlich eine dramatischen Wendung: Bisher hat die Organisation eher im Verborgenen gearbeitet und versucht, möglichst wenig Aufsehen zu erregen.

Einer der Anwälte der Bruderschaft meinte etwa, er verstehe gar nicht, wieso die Behörden so vehement gegen die Bruderschaft vorgehen. Die Mitglieder würden sich ohnehin nur gegenseitig umbringen und so der Gesellschaft eigentlich einen Dienst erweisen. Spätestens mit der Mordserie ist diese Argumentation wohl hinfällig.

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Post by dejost » 08 Apr 2013, 08:09

http://derstandard.at/1363707216854/Jue ... kale-Biker
Unter dem Motto "Gib Gas!" plant der rechtsradikale ungarische Motorradklub Goi (hebräisch für Nichtjude) am 21. April eine Gegenveranstaltung zum "Marsch des Lebens". An diesem Tag gedenken in Ungarn Zehntausende der hunderttausenden ungarischen Opfer des Holocaust.
Der Motorradklub, der seinem Aufmarsch den Untertitel "Finger weg von unserer Heimat und unserem Haus" gab, beruft sich hinsichtlich des Mottos auf Meinungsfreiheit
http://derstandard.at/1363707185368/Stu ... 30-Prozent
Das auf die globale Beobachtung von Antisemitismus spezialisierte Kantor Center der [Tel Aviver] Universität registrierte für das vergangene Jahr eine Zahl von 686 Gewaltakten gegen Juden oder jüdische Einrichtungen. Dies bedeute eine Steigerung um 30 Prozent gegenüber 526 antisemitische Vorfälle in 2011.
Zudem wurden 190 Synagogen, Friedhöfe und Gedenkstätten geschändet. Die Tatorte lägen vor allem in Ländern mit vielen jüdischen Einwohnern, also Frankreich, USA, Großbritannien, Kanada und Australien.
Drei Faktoren seien ursächlich für die starke Zunahme der Gewaltakte: Der islamistische Mordanschlag auf Schüler und Lehrer einer Torah-Schule in Toul
Die Postings im Standardforum sind derzeit auch problematisch: Sehr viel a la jüdische Presse bzw von Juden kontrollierte Meinungsbildung und viel Richtung "Täter sind alle Moslems". Und das Forum haben sie schon begonnen manuell, zu moderieren, will gar nicht wissen was da vorher los war.

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Post by dejost » 30 May 2013, 11:09

http://orf.at/stories/2184789/
Mit nationalistischen Parolen sind hunderte Neonazis gestern Abend durch die griechische Hauptstadt Athen marschiert. Der Fackelzug sollte an den 460. Jahrestag des Falls von Konstantinopel erinnern. Die Teilnehmer skandierten Parolen wie „Griechenland gehört den Griechen“ und „Blut, Ehre, Goldene Morgenröte“.
Unter den Demonstranten waren zahlreiche Anhänger der griechischen Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“, die im Parlament in Athen 18 Mandate innehat. Nach einer Kundgebung, bei der Redner vor allem Stimmung gegen Türken und Kommunisten machten, zogen die Neonazis zum Parlament. Zwischenfälle gab es keine.

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Post by dejost » 29 Jun 2013, 22:30

http://orf.at/#/stories/2189023/
Hunderte tschechische Rechtsradikale haben sich in Ceske Budejovice eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Die Rechtsextremen marschierten heute zu einer von vielen Roma bewohnten Plattenbausiedlung, wie das tschechische Fernsehen berichtete.

Dort kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die die Menge mit Tränengas zurückzudrängen versuchte. Randalierer warfen Pflastersteine, zündeten Müllcontainer an und brüllten Anti-Roma-Parolen.

Nach Medienberichten bekam die Polizei die Lage nur schwer in den Griff. Sieben Personen wurden leicht verletzt. Bis zum Abend wurden 28 Demonstranten festgenommen.

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Post by dejost » 05 Dec 2013, 07:43

http://derstandard.at/1385169863010/Neu ... eutschland
Nach Angaben des Ministeriumssprechers wurde die Überprüfung von ungeklärten Tötungsdelikten in den Jahren 1990 bis 2011 nach Bekanntwerden der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) eingeleitet. Deren Mitgliedern werden insgesamt zehn Morde zur Last gelegt
Die Zahl der Opfer rechter Gewalttaten in Deutschland ist womöglich um ein Vielfaches höher als bisher angenommen. Bei der Überprüfung von 3.300 bisher ungeklärten versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten seien in 746 Fällen Anhaltspunkte gefunden worden, dass es sich um "rechtsextremistisch motivierte Straftaten" handle, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin.
Die offizielle Statistik führt bisher knapp 60 Morde mit rechtsextremem Hintergrund auf. Der Sprecher von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) betonte, für die Aufarbeitung der 746 unklaren Fälle seien vor allem die Polizeibehörden der Länder zuständig. Die Tatsache, dass "Anhaltspunkte" gefunden worden seien, bedeute aber noch nicht, dass es sich tatsächlich um rechtsextremistisch motivierte Taten handle. Nach seinen Angaben soll im zweiten Quartal 2014 ein Gesamtergebnis der Überprüfung vorliegen.
Bei der Erfassung von rechtsmotivierter Gewalt werden in den Ländern teils unterschiedliche Maßstäbe angesetzt, weshalb die Fallzahlen je nach Erhebungsmethode stark abweichen können.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Mittwoch, die Bundesregierung sei sich jederzeit der Herausforderung durch gewaltbereiten Rechtsextremismus bewusst. Deshalb werde der Staat auch weiter dafür sorgen, dass es Förder-, Aussteiger- und präventiv wirkende Bildungsprogramme gebe. Auch eine künftige Bundesregierung werde nach seiner Überzeugung "alle Kräfte in der Gesellschaft stärken, ermuntern und ermutigen", die sich Rechtsextremismus "mit Aufmerksamkeit und Mut entgegenstellen".

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Post by dejost » 24 Jan 2014, 07:16

In der Hofburg feiert heute die FPÖ mit anderen Parteien und Gruppierungen, die keine Berührungsängste mit Rechtsextremisus haben. Zur Sicherheit wurde Demos in der Umgebung verboten und ein Vermummungsverbot verhängt.

http://derstandard.at/1389858057430/Der ... -gefrieren

Hier gibt es ein Interview mit einem Prozessbeobachter beim NSU-Prozess. Ich will da jetzt keine einzelnen Stellen rausgreifen sondern lege allen ans Herz, es selbst zu lesen.

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Post by dejost » 04 Feb 2014, 07:52

http://derstandard.at/1389859186009/Pra ... -Schmierer
Zwischen den beiden liegen 80 Jahre: Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg, feiert im Mai seinen 101. Geburtstag. Feingold stattete am Montag einem 21-Jährigen in der Salzburger Justizanstalt einen Besuch ab. Der junge Mann wird verdächtigt, gemeinsam mit einem zweiten Verhafteten serienweise rechtsradikale Schmieraktionen begangenen zu haben. Unter anderem wurden in der Stadt Salzburg rund 70 Stolpersteine - im Boden eingelassene Gedenksteine für Nazi-Opfer - geschändet.

Die beiden Männer wurden im Herbst vergangenen Jahres verhaftet. Während der eine - wie aus Polizeikreisen zu erfahren ist - wenig Einsicht zeigt, wandte sich der Zweite mit einem Entschuldigungsbrief an Feingold. Für Feingold, der vier KZs überlebt hatte, Anlass genug, den Verdächtigen in der U-Haft zu besuchen.

"Es hat eine Stunde gedauert", berichtet Feingold im Standard-Gespräch. "Ich bin überzeugt, er ist bekehrt." Der junge Mann habe zugesagt, "er will behilflich sein, dass mit den Schmierereien Schluss ist". Feingold ist überzeugt, dass die Entschuldigung ernst gemeint ist und der Brief an ihn "ohne Einflüsterer" verfasst worden sei. Mehr wolle er nicht erzählen. "Wir haben vertraulich gesprochen."
Nur ein Detail gibt Feingold noch preis: Er sei als Zeitzeuge regelmäßig an allen Salzburger Schulen und habe sich gewundert, dass ihm der Häftling im Schulunterricht nie begegnet sei. Die Erklärung liefert einen Einblick, wie junge Menschen in die rechte Szene geraten können. In schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen, wurde er als aggressiver Schüler in die Sonderschule abgeschoben. Sozialen Anschluss dürfte er erst in der Szene gefunden haben.

Trotz der Verhaftungen sind inzwischen in Salzburg zahlreiche weitere rechtsradikale Schmieraktionen verübt worden. Wie vom Standard berichtet, waren ein Mahnmal am Kommunalfriedhof, das Parteihaus der KPÖ und die Salzburger Synagoge Ziele der Vandalen. Bei einer spontan organisierten Mahnwache vor der Synagoge am Wochenende protestierten mehr als 100 Menschen gegen die rechten Umtriebe.

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Post by dejost » 17 Apr 2014, 15:36

http://derstandard.at/1397520667858/Pol ... gnern-nach
"Rassenverräter werden für ihre Verbrechen bezahlen", ist auf der polnischen Neonazi-Website "Redwatch" zu lesen. Die auf einem Server in den USA gehostete Seite sammelt persönliche Daten von Personen, die sich gegen Rassismus und Faschismus engagieren, Immigranten, Linken und "Aktivisten der Homosexuellen- und Pädophilenlobby".

Die Fotografien, anhand derer die "Rassenverräter" identifiziert werden sollen, wurden teilweise auf Demonstrationen aufgenommen, auf manche Bilder wurde ein Fadenkreuz montiert.
Auch Daten von Ehepartnern und Kindern der angeblichen "Rassenverräter" werden auf "Redwatch" veröffentlicht. Die polnischen Ermittler beklagen, dass die US-Kollegen alle Anträge auf Rechtshilfe unter Verweis auf die Meinungsfreiheit abgewiesen hätten. "Ohne Unterstützung des Staates sind wir nicht imstande, Daten der Person festzustellen, die die Seite verantwortet", sagt Przemyslaw Nowak, der Sprecher der Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft.

Erst als ein Linksaktivist auf offener Straße niedergestochen wurde, nachdem sein Bild auf "Redwatch" veröffentlicht worden war, schritten die US-Behörden damals ein und übermittelten der polnischen Staatsanwaltschaft Beweismaterial.

Bereits im Jahr 2010 hatte ein Bezirksgericht in Wrocław (Breslau) drei Männer, denen nachgewiesen werden konnte, damals die "Redwatch"-Seite betrieben zu haben, zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Andrzej P., Bartosz B. und Mariusz T., die zu ihrer Verteidigung anführten, sie hätten aus "patriotischen Motiven" gehandelt, mussten allerdings umgehend freigelassen werden, weil sie ihre Strafen bereits in der Untersuchungshaft verbüßt hatten.
"Sogar Lehrer, die für ihre Schüler Exkursionen in das Konzentrationslager Auschwitz organisieren, werden auf der Website als Feinde der weißen Rasse aufgeführt", berichtet Purski, der selbst mit Namen und Telefonnummer auf der Liste steht.
Bei dem Artikel gibt es ein Photo eines Nationalistenaufmarsches, bei dem alle "Patrioten" maskiert sind. Ein Poster weist darauf hin, dass einer der Heimatverbundenen eine Jacke eines US-Amerikanischen Baseballteams (!) trägt, und zwar von jenem, welches als erste schwarze Spieler hatte.

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 13 Aug 2014, 14:43

Weitere Einschüchterungsversuche:
http://futurezone.at/netzpolitik/neonaz ... -anzeigern
"Alpen-Donau.info" hat im Internet Namen, Adressen und Telefonnummern zweier Personen veröffentlicht, die die Neonazi-Homepage bei der Wiederbetätigungs-Meldestelle des Innenministeriums angezeigt haben.
Laut "Standard" verfügen die Betreiber der Neonazi-Homepage nach eigenen Angaben über ein Komplettverzeichnis aller Personen, die sie angezeigt haben. Veröffentlicht haben sie die Mails zweier Personen, die sich an die Meldestelle des Innenministeriums gewandt haben.
Sie fordern ihre Leser auf, "Fanpost“ an die Personen zu verschicken.
Die Meldestelle für Wiederbetätigung wird deswegen die Daten der Anzeiger gar nicht mehr weiterleiten.

http://futurezone.at/netzpolitik/neonaz ... polizisten
Unter dem Titel „Wie die politische Polizei arbeitet“ wurden zwei in Graz aufgenommene Anzeigen aus dem Jahr 2008 online gestellt. Angezeigt wurde damals das Anbringen von Stickern mit dem Ruf nach Freispruch für Gerd Honsik. Die Anzeiger wurden in diesem Fall zwar geschwärzt, namentlich genannt werden aber die beiden Polizeibeamten, die die Anzeigen damals entgegengenommen haben.
Jetzt versuchen sie also nicht nur die Zivilgesellschaft einzuschüchtern, sondern sogar die Polizei zum Amtsmissbrauch zu nötigen.

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 14 Nov 2014, 17:26

Dieses Topic ist eines, welches ich gerne eines Tages ins Archiv verschieben würde.
Aber es wird noch lange nicht so sein, wie ich fürchte:

Erst vor kurzem haben bei einer ausartenden Demo in Deutschland Nazis ein Polizeiauto umgekippt.

Aber wen wundert das, dort sitzen Neonazis im Stadtrat von Dortmund und wollen wissen, wo dort Juden wohnen.
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/201 ... mund_17636
Zunächst hatte der Einzug Siegfried Borchardts (Spitzname “SS-Siggi”) für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Doch im Sommer erklärte der Alt-Neonazi seinen Rückzug aus dem Gremium. Ihm folgte der nicht weniger radikale Nachwuchs-Neonazi Dennis Giemsch nach. Er war Anführer der inzwischen verbotenen Nazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund. Am Wahlabend hatten dutzende Neonazis eine Wahlparty im Rathaus brutal überfallen. Es gab viele Verletzte.

Giemsch fordert nun in einer Anfrage aus der Stadtratssitzung am 13. November 2014 die Auflistung der Verteilung von Jüdinnen und Juden in den verschiedenen Stadtbezirken von Dortmund.

“Bereits 1935 wurde zur Durchführung der Nürnberger Gesetze eine solche zentrale ‘Judenkartei’ angelegt”, sagt die Leiterin der Dortmunder Beratungsstelle BackUp, Katharina Kostusiak. “Wozu dies geführt hat, können wir in den Geschichtsbüchern nachlesen.” Sie hofft, dass die Anfrage vom Stadtrat nicht beantwortet wird, sondern, dass eine solche Anfrage als ein Verstoß gegen die Menschenrechte gewertet wird.
Übrigens, es wurde auch ähnliche Anfragen nach Kurden und Aids-Kranken gefragt.

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 03 Jul 2015, 15:14

Der österreichische und der deutsche Verfassungsschutzbericht 2014 wurden veröffentlicht.

Zunächst zum österreichischen:
Im Bereich des Rechtsextremismus gab es erneut einen Anstieg (bedingt unter anderem durch steigende Hinweiszahlen bei der Meldestelle „NS-Wiederbetätigung“), und zwar von 1.186 Anzeigen 2013 auf 1.201 im Jahr 2014. Die Aufklärungsquote lag zuletzt bei 59,7 Prozent.

Die Zahlen für 2013 mussten nachkorrigiert werden, von 1.027 auf die nun genannten 1.186 Anzeigen. Grund dafür war, dass die Beschädigungen unter anderem von „Stolpersteinen“ zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust in Salzburg verspätet gemeldet wurden, so Gridling.
http://orf.at/stories/2287723/
Überraschend hoch die Aufklärungsquote.
Die Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden hinsichtlich der
Einhaltung von Rechtsvorschriften und die üblichen Gegenproteste
von antifaschistischen bis hin zu linksextremen Gruppen
bewirkten, dass es im Jahr 2013 kaum zu öffentlichkeitswirksamen
Szeneveranstaltungen des rechtsextremistischen Milieus kam.
Der organisierte Rechtsextremismus pflegte im Berichtsjahr seine
Ideologie sowie deren Verbreitung hauptsächlich im eigenen Kreis
sowie unter dem Schutz der Anonymität des Internets.
Die Zahl der Aktivisten des großteils überalterten revisionistischen
Bereiches zeigte weiterhin eine rückläufige Tendenz. Erfolge bei den
Bemühungen um Gewinnung geeigneten Nachwuchses blieben wie in
den Vorjahren auch im Jahr 2013 aus.
Es hat sich im Jahr 2013 bestätigt, dass auch Gerichtsverfahren
und Verurteilungen zu längeren Haftstrafen nicht dazu führen, dass
ideologisierte Rechtsextremisten ihrer Gesinnung abschwören.
Einige namhafte Vertreterinnen und Vertreter des österreichischen
Rechtsextremismus haben sich ins Ausland zurückgezogen. Sie
pflegten im Berichtsjahr rege Kontakte zur österreichischen Szene
bzw. beeinflussten diese aus der Ferne.
Eine im Verfassungsschutzbericht 2013 für möglich erachtete
Aktivitätssteigerung jener Gruppierungen, die sich bereits seit
mehreren Jahren in der politischen Landschaft zu positionieren
versuchten, hat nicht stattgefunden. Dies dürfte vor allem am altersoder
frustrationsbedingten Rückzug führender Aktivisten gelegen
sein. Von möglichen Wahlerfolgen oder einer Demokratiegefährdung
durch diese rechtsextremistischen Gruppierungen war aber ohnehin
nicht auszugehen.
http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_Verfassung ... r_2014.pdf
Als tendenziell weiter im Ansteigen begriffen zeigten sich
die Rekrutierungs- und Radikalisierungsaktivitäten von
rechtsextremistischen Organisationen im Internet. Diese richteten
sich im Berichtsjahr wieder an unterschiedliche Zielgruppen.
Junge, konservativ und nationalistisch ausgerichtete Personen – zu
einem großen Teil aus dem studentischen und burschenschaftlichen
Milieu – bildeten im Jahr 2013 das primäre Rekrutierungsziel einer
seit dem Jahr 2012 in mehreren österreichischen Bundesländern
aktiven Bewegung. Diese mobilisiert über eine Facebook-Gruppe
und behauptet, für „Heimat, Freiheit & Tradition“ zu stehen. Diese
Personenverbindung versucht auf einer intellektuellen Ebene mit
dem traditionellen Nationalismus zu brechen und vertritt die Idee
des Ethnopluralismus, eine Ideologie der sogenannten „Neuen
Rechten“. Der Begriff „Rasse“ wird dabei durch „Kultur“ ersetzt und
kommt ohne biologische Vorbestimmung und Hierarchie der Rassen
aus. Im Zentrum der Propaganda steht die „Identität“ des eigenen
Volkes, die es unbedingt zu erhalten und vor Massenzuwanderung
und „Islamisierung“ zu schützen gilt. Im Jahr 2013 wurden von
dieser Gruppierung einige aktionistische Agitationen gesetzt. Mit popkulturellen Protestformen wie z.B. Flashmobs versucht man,
mediale Aufmerksamkeit zu erreichen. Gewalttätige Aktionen wurden
im Berichtsjahr nicht evident.

Das in gewohnter Weise auffällige, provokante und gewaltbereite
Verhalten von Vertreterinnen und Vertretern des ideologisch eher
primitiven subkulturellen rechtsextremistischen Jugendbereiches
und der Skinheadszene zeigte sich in der Öffentlichkeit insgesamt
rückläufig. Ein Übertritt von Personen dieses Milieus in den
organisierten, ideologisierten Rechtsextremismus war wie in den
Vorjahren auch im Jahr 2013 kaum feststellbar.
Gewaltaktionen von Hooligans außerhalb des sportlichen Umfeldes
stellen eine besondere Gefährdungsdimension dar. Zu einer
diesbezüglichen Eskalation kam es erstmals im Herbst 2013,
als rechtsextreme Hooligans in Wien das Ernst-Kirchweger-
Haus stürmten und in die Räumlichkeiten eines türkischen
Migrantenvereines eindrangen. Im Zuge der dabei entstandenen
Auseinandersetzung kam es zu Körperverletzungen sowie zur
Festnahme von neun Hooligans.
Die Ironie oder Tragik verstärkt sich dadurch, dass das im Kirchweger-Haus passiert ist, also in dem Haus, welches nach einem Holocaust-Überlebenden benannt wurde, der als erstes Opfer von Nazi nach 1945 in Österreich starb, als er gegen den von hoch oben protegierten rechtsextremen Unilehrer Taras Borodajkewycz demonstrierte.


Betreffend Deutschland:
Die Gewalt gegen Fremde hat im letzten Quartal 2014 zugenommen. Das schließt der Verfassungsschutz in seinem nun vorgelegten Bericht insbesondere aus den Straftaten gegen Asylunterkünfte. Begleitet wird das Phänomen demnach von Gewaltphantasien Rechtsextremer gegen Fremde, die im Internet zuhauf zu finden seien. Begleitet wird dies von der Tendenz, dass Rechtsextremisten mittlerweile weniger eigene Webseiten nutzen, um ihre Propaganda zu verbreiten, sondern mehr soziale Netzwerken.
"Nirgendwo sonst als im Internet kann in so hoher Zahl offen fremdenfeindliche, antisemitische und islamfeindliche Hetze gefunden werden", heißt es in dem Bericht. Die Kommunikation auf rechtsextremistischen Internetpräsenzen sei zum Teil stark von Militanz und strafbaren Äußerungen geprägt. Internetnutzer fühlten sich durch die weitgehende Anonymität oder durch geschlossene Gesprächskreise geschützt oder wollten interessant wirken, indem sie exzessiv Gewalt befürworten.

In sozialen Netzwerken bestehe mehr als auf ausgewiesen rechtsextremen Websites die Gefahr, dass Heranwachsende unvermittelt und unvorbereitet rechtsextremistischen Inhalten ausgesetzt werden, befürchtet der Verfassungsschutz. Das gelte besonders für Videoportale, da diese bei jungen Menschen besonders beliebt seien. Provider entfernten zwar immer wieder Videos neonazistischer Kameradschaften, Aufnahmen rechtsextremistischer Demonstrationen und Musikclips von Skinheadbands, doch würden diese fortlaufend neu ins Netz gestellt.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 31630.html

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 27 Jul 2015, 15:06

http://derstandard.at/2000019769017/75- ... -der-Wende
Die nach der Mordserie der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) in Deutschland begonnene Überprüfung alter Todesfälle auf rechtsextreme Hintergründe ergibt, dass seit 1990 bei 69 Mordanschlägen 75 Menschen durch rechtsradikale Täter in der Bundesrepublik getötet wurden.

Bei weiteren 170 Mordversuchen gab es 142 Verletzte. Das geht laut "Süddeutscher Zeitung" (Montag) aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.
Der Nationalsozialistische Untergrund wird für die Ermordung von neun türkisch- und griechischstämmigen Migranten und einer deutschen Polizistin in den Jahren zwischen 2000 und 2006 verantwortlich gemacht.

Seit Mai 2013 läuft der NSU-Prozess gegen die mutmaßlich Terroristin Beate Zschäpe. Sie muss sich vor dem Oberlandesgericht München als Mittäterin für alle Taten verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem "Nationalsozialistischen Untergrund" vorwirft.

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 24 Nov 2015, 08:15

Es ist ja leider nicht so, dass es zu diesem Thema wenig zu posten geben würde.
Als ich vor vielen Jahren dieses Topic eröffnet hatte, waren Berichte über rechtsextreme Gewalttaten noch sehr selten - wie sich tw auch hier nachlesen lässt, lag das auch daran, dass Polizei bzw Verfassungsschutz ua Morde damals fälschlicherweise nicht als rechtsextreme Taten erkannte (oder erkennen wollte).

Mittlerweile hat es schon keinen Nachrichtenwert mehr, wenn aus rassistischen Motiven irgendwo in Europa ein (geplantes) Asylantenheim angezündet wird.

Die Indoktrinierte Schlächterbande (auch als IS, ISIS, ISIL und Daesch bezeichnet) begeht im mittleren Osten tagtäglich Kriegsverbrechen und hat in Europa auch einen Haufen Leute umgebracht und versucht noch viel mehr umzubringen.
Für mich sind auch deren Gräuel als rechtsextreme Gewalttaten iwS einzustufen, weil sie sind genauso anti-demokratisch, anti-pluralisitsch, totalitär und lehnen die Gleichheit der Menschen ab. Nur das Element der Rasse wird hier durch ein verengtes Religionsbild ersetzt. (Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt, aber die sind zumindest genauso anti-amerikanistisch und antisemitisch wie die Nazis, dh zumindest einige rassistische Elemente gibt es dort auch).

Ich werde also weiterhin zu diesem Thema nur selten posten.

Hier noch ein Ausschnitt aus dem Standard, um zu zeigen, wie weit es in Europa mittlerweile schon wieder gekommen ist:
http://derstandard.at/2000026276780/Pog ... o-in-Polen
Der braune Sumpf an Verachtung, Hass und Niedertracht schwappt nun auch in Polen an die Oberfläche. Bisher war bei Attacken auf Ausländer, Juden, Muslime oder Homosexuelle immer wieder von "Einzelfällen" die Rede. Staatsanwälte und Richter verharmlosten das Gebrüll von Fußballrowdys, die in Stadien "Juden ins Gas" oder "Haut ab nach Auschwitz" riefen. Auch die Schändungen jüdischer Friedhöfe gingen meist als "dumme Jungenstreiche" durch. Jetzt aber brannte vergangene Woche auf dem Rathausplatz der niederschlesischen Metropole Wrocław (Breslau) eine "Juden-Puppe" mit Schläfenlocken, schwarzem Kaftan und einer Europaflagge in der Hand. Unter dem Gebrüll "Bóg, honor i ojczyzna!" – "Gott, Ehre und Vaterland" – von knapp hundert rechtsradikalen Demonstranten übergoss der makabre Zeremonienmeister den "Juden" mit Benzin und zündete ihn an. "Polen den Polen", skandierte einer der Organisatoren auf der mobilen Bühne vor dem Rathaus. Die Skinheads und Rechtsradikalen vom Nationalradikalen Lager (ONR) und der Allpolnischen Jugend schrien es ihm nach und schwenkten die weiß-rote polnische Flagge. "Kein Islam in Polen! Keine muslimischen Terroristen! Gegen die EU! Für ein nationales Polen!" Gut zehn Minuten lang brannten der "Jude" und die EU-Flagge lichterloh. Dennoch griff die Polizei nicht ein. Passanten gingen gleichgültig weiter oder trauten sich – angesichts der passiven Polizei – nicht gegen die Hassdemonstranten vorzugehen. Die Allpolnische Jugend, deren Vertreter seit den Wahlen am 25. Oktober auch im polnischen Parlament sitzen, macht "die Juden" für die angebliche "Islamisierung Europas" verantwortlich. Die Flüchtlinge seien in Wirklichkeit Sozialschmarotzer oder gar Terroristen. - derstandard.at/2000026276780/Pogromstimmung-bei-Hass-Demo-in-Polen
Polens Präsident Andrzej Duda und die neue Premierministerin Beata Szydło hingegen schwiegen bisher. Ihr Problem: Die meisten Slogans der Rechtsradikalen von Wrocław klangen schon so ähnlich in deren eigenen Wahlkampagne an. - derstandard.at/2000026276780/Pogromstimmung-bei-Hass-Demo-in-Polen

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Re: Sturmgeschütze - Rechtsextremismusbeobachtungen

Post by dejost » 15 Jan 2016, 13:29

Wo es derzeit hingeht, lässt sich an ein paar einzelnen Schlagzeilen der letzten Tage gut festmachen:

Ein Arzt verkündet stolz, keine Asylwerber behandeln zu wollen.
Ein Rechtsanwalt, keine Ausländer zu verteidigen weil denen sei „das Unrecht seiner Tat nicht bewusst (fehlendes Schuldbewusstsein)“ und er werde „in keiner Weise davon abgehalten, weitere kriminelle Taten in unserem Land zu begehen (fehlende Spezialprävention)“, so zitiert orf.at den Kurier.
Bürgerwehren suchen Frauenbegleiter.

usw.

Wirklich schlimm wird es dann sein, wenn solche Meldungen keinen Nachrichtenwert mehr haben - so wie ja jetzt schon Brandanschläge auf geplante oder tatsächliche Asylunterkünfte oder autoritäre Tendenzen in Polen und Ungarn nur mehr manchmal berichtet werden.

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Neonazi-Propganda ist im Einklang mit den Facebook Gemeinschaftsstandards und den Facebook Werberichtlinien

Post by dejost » 29 Mar 2017, 11:43

Neonazi-Propganda ist im Einklang mit den Facebook Gemeinschaftsstandards und den Facebook Werberichtlinien

http://orf.at/stories/2385217/2385230/
Der verurteilte Neonazi und Holocaust-Leugner Gerd Honsik wirbt via Facebook für seine Propagandawebsite.
Wer nicht weiß, wer das ist, im obigen Link fasst der ORF seine verwerflicheren Lügen und Ungeheuerlichkeiten überschaubar zusammen. Grundsätzlich
Ein notorischer, verurteilter Holocaust-Leugner wird gesellschaftlich geächtet, sollte man meinen.
Sollte man. Für Facebook ist das ganze aber kein Problem, wie sie auch unumwunden auf Anfrage von ORF.at mitteilen (Heraushebung von mir hinzugefügt):
ORF.at hat einem Facebook-Sprecher einen Screenshot des gesponserten Postings geschickt samt entsprechendem Link und der Einordnung Honsiks und seines Postings durch das DÖW. Facebook redet sich nicht auf Software aus - im Gegenteil: „Jeder Seitenbetreiber kann auf Facebook werben, solange die Inhalte im Einklang mit den Facebook Gemeinschaftsstandards und den Facebook Werberichtlinien sind. Jede Werbeanzeige wird im Zusammenspiel von Mensch und Technik geprüft und freigegeben. Anders als bei den meisten digitalen Werbeangeboten hat jeder Mensch auf Facebook die Möglichkeit einzelne Werbeanzeigen und auch den Werbetreibenden ganz zu blockieren.“

Im Klartext heißt das: Honsiks Revisionismus befindet sich im Einklang mit den Gemeinschaftsstandards und Werberichtlinien von Facebook. Und: Dass alle User einen solchen „Vorschlag“ von Facebook als reine Werbung identifizieren, darf bezweifelt werden. Erst unlängst hatten verschiedene Studien der Uni Stanford, der OECD und der britischen Medienbehörde ein und dasselbe Ergebnis gezeigt: Selbst junge, webaffine Menschen können gesponserte Links selten als Werbung erkennen. Umso mehr gilt das, wenn eine Institution, der man seine täglichen Sorgen und Freuden anvertraut, einen Beitrag „vorschlägt“. Das birgt selbst in Zeiten, da man sich an Hasspostings gewöhnt hat, noch Empörungspotenzial.

Terror tötet

Nazis und Islamisten bringen in den USA etwa gleich viele Menschen um - worüber wird berichtet?

Post by Terror tötet » 10 Jan 2018, 09:50

Nach Angaben der US-Behörden wurden nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bis Ende 2016 insgesamt 225 Menschen bei extremistischen Gewalttaten getötet. Rechtsextreme verübten 62 Taten mit 106 Todesopfern und Islamisten 23 Taten mit 119 Todesopfern.
Erfunden habe ich das nicht, sondern abgeschrieben: http://orf.at/stories/2421840/

Was heißt das? Nazis und Islamisten (eh auch so eine Art Nazis) bringen in den Usa im Verlauf von 15 Jahren ca gleich viele Menschen um. Ohne jetzt Menschenleben gegeneinander aufwägen zu wollen, wieso berichtet man - zumindest bei uns - hauptsächlich über die Islamisten?
Sicherlich, wir haben auch islamistische Terroristen, aber Nazis haben wir in Europa sicherlich mehr.

Das wirft die Frage auf, wieviele Menschen die Nazis in Europa umgebracht haben in den letzten 15 Jahren?

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Borderline-Persönlichkeit schießt auf Asylwerber in Italien

Post by dejost » 05 Feb 2018, 10:57

Bewaffnet mit einer Neun-Millimeter-Pistole hat sich der glatzköpfige Mann am Samstag um 10.50 Uhr in seinen schwarzen Alfa Romeo gesetzt und ist losgefahren.An insgesamt sieben Orten hat er angehalten, um aus dem offenen Fenster auf afrikanische Migranten zu schießen. Daneben hat er auch noch das lokale Parteibüro der regierenden sozialdemokratischen PD ins Visier genommen. Insgesamt sechs Menschen wurden verletzt; zum Teil kam es auf den Straßen Maceratas zu Panik. Dass es keine Toten gegeben hat, ist laut der Polizei bloß dem Zufall zu verdanken.[...] Bei seiner Verhaftung trug er eine Flagge mit den italienischen Nationalfarben auf der Schulter, hob die rechte Hand zum Faschistengruß und schrie: "Viva l'Italia!" Der bislang nicht vorbestrafte [...] befindet sich in Untersuchungshaft; ihm wird unter anderem mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen.
- derstandard.at/2000073605766/Schuesse-auf-Afrikaner-laut-Polizei-Rache-fuer-Mord-an-18

ZB dem Kurier kann man entnehmen, dass der mutmaßliche Täter an Borderline leiden soll, dass ua mein Kampf udgl bei ihm gefunden wurde und dass der Auslöser gewesen sein soll, dass eine junge Italienerin kurz zuvor in der Gegend ermordet wurde und ein Nigerianer tatverdächtig war, wobei die hier angeschossenen Personen keinen Bezug zu dieser Tat haben.
Außerdem liest man, wie manche Parteien auf die Tat reagiert haben, und das ist teilweise sehr bedenklich bis zu
Solidarisch mit dem Schützen erklärte sich die rechtsextreme Gruppierung Forza Nuova.
https://kurier.at/politik/ausland/angri ... 09.608.262

Laut dem Standardforum wurde die Nachricht im Krone-Forum mit Begeisterung aufgenommen, sodass die Krone sogar das Forum sperren ließ.

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