Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

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dejost
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Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by dejost » 26 Aug 2008, 07:30

Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber in den 50ern sind die Batmancomics unter "Verdacht" geraten, homosexuellen Lebensstil zu "bewerben".

Bob Kane, der Erfinder, und andere Macher haben das immer geleugnet. Ein paar einzelne Panel gibt es aber immer wieder, wo man zumindest drüber diskutieren kann, zB dieses
Image

Wiki schreibt auch in diesem Konnex:
One notable example occurred in 2000, when DC Comics refused to allow permission for the reprinting of four panels (from Batman #79, 92, 105 and 139) to illustrate Christopher York's paper All in the Family: Homophobia and Batman Comics in the 1950s.
Ich erinner mich auch an ein Bild, das ich irgendwo gesehen habe, da sagt der Schurke gerade den Mitgliedern der Justice League (oder einem anderen DC- Helden- Team, dem Batman angehört), er habe sie mit einem Fluch (oder sowas) belegt, der durch Körper- oder Hautkontakt übertragen wird, und alle denken an ihre Freundinnen/Frauen, aber Batman denkt sinngemäß "Oh, no. Robin! What have I done to you".

Trotzdem, ich denke, dass immer 2 dazu gehören, von denen einer der Betrachter ist.
Comics wurden in den 50ern aus verschiedenen Gründen sehr oft angegriffen (so wie Computerspiele heutzutage), und da hat man halt vielleicht unabsichtlich zweideutige Teile dazu genommen, um das reinzuinterpretieren. Später ist das dann ein Selbstläufer geworden, der Darsteller von Robin aus der Strumpfhosen- Batman und Robin- Serie hat auch gesagt, dass die tw solche Witze gemacht haben, wohl eben deshalb.

Und nicht vergessen, Marvel hat es geschafft, ein Comic "Giant- sized Man- Thing" zu nennen, ohne sich was dabei zu denken.

Wie seht ihr das? Habt ihr weitere Infos dazu?

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Der Alchemist
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Re: Batman in den 50ern und Homophobia

Post by Der Alchemist » 27 Aug 2008, 09:52

Dejo wrote:Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber in den 50ern sind die Batmancomics unter "Verdacht" geraten, homosexuellen Lebensstil zu "bewerben".
Wie seht ihr das? Habt ihr weitere Infos dazu?
Schätze, dieser "Verdacht" besteht noch immer ... Nähere Infos hab' ich aber leider nicht.

Im Übrigen haben mir die beiden Meldungen
"Oh, no. Robin! What have I done to you".
"Giant-sized Man-Thing"
den heutigen Tag gerettet. :wink: Danke!
Gnothi seauton. Kai genoio, hoios essi.

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Creater2
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Re: Batman in den 50ern und Homophobia

Post by Creater2 » 23 Sep 2016, 10:22

Es gibt ja auch einige Charaktere im Marvel-Kosmos, die "offizielle" homosexuell sind. Darunter unter anderem Batwoman.

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ThePurplePantywaist
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Re: Batman in den 50ern und Homophobia

Post by ThePurplePantywaist » 24 Sep 2016, 08:49

LGBT Charakter in aktuellen, mainstream Comics fallen mir auf die Schnelle ein:

Marvel:
Northstar (der war auch einer der beiden Eheleute in der ersten Homo-Ehe in (mainstream) Comics), Iceman, Miss America, Moondragon, Julie Power, Ultimate Colossus

DC:
Batwoman, Nyssa Ratko, Copperhead

Sonstig:
Painkiller Jane, Willow Rosenberg (war jetzt ursprünglich ein Buffy Charakter, aber Buffy gibt's nur mehr als Comic)

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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by Creater2 » 28 Sep 2016, 09:38

Willow ist doch die kleine Schwester von Buffy?

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dejost
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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by dejost » 28 Sep 2016, 20:15

Creater2 wrote:Willow ist doch die kleine Schwester von Buffy?
Dawn ist die kleine Schwester von Buffy, dargestellt von Michelle Trachtenberg. Die kam erst in der 5. Staffel dazu, wobei sie - sagen wir mal halbwegs spoilerfrei - nicht nur ihre Schwester ist.

Willow, dargestellt von Alyson Hannigan (bekannt auch aus How I met your mother & American Pie), war die ganze Serie durchgehend dabei und Buffys BFF.

PS: Buffy war super.

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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by Eleonore » 27 Jan 2017, 09:47

Also die Sache mit den latenten homoerotischen Anspielungen der Batman Comics ist mir persönlich jetzt kein Novum. Gerade in seiner Beziehung zu Robin schwingt ja oft eine Form von hierarchischer Brüderlichkeit mit, die von vielen Analysten oft als Homoerotik interpretiert wurde. Ob das durch die Macher des Comics angestrebt wurde, bleibt fraglich. Spannend fände ich in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit engen Beziehungen zwischen Männern in Populärmedien nicht vielleicht insgesamt ein homoerotischer Beigeschmack anhaftet. Und es ergibt ja auch Sinn: zwei Männer haben eine enge emotionale Bindung aneinander, agieren als Partner, die sich gegenseitig ergänzen und leben ggf. sogar zusammen. Für mich ist das auch sehr positiv konnotiert - man sollte auch heute noch mehr Beziehungen zwischen Männern zeigen, die auf Vertrauen, Respekt und Fürsorge bzw. Empathie basieren zeigen.

Auch die homosexuellen Marvel-Helden finde ich übrigens super. Vor allem Batwoman zählt zu meinen liebsten Superheldinnen :)

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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by Eleonore » 27 Jan 2017, 09:50

Ah, ist auch in den Meiden schon öfter Thema gewesen; der Artikel auf N-TV ist von 2013, glaub ich: http://www.n-tv.de/leute/buecher/Homo-H ... 50201.html

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ThePurplePantywaist
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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by ThePurplePantywaist » 28 Jan 2017, 17:25

Danke für den Link zu LGBT-Comicfiguren, da waren doch noch einge mehr dabei, von denen ich gar nichts wusste.

Comics haben ja den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sie mit vergleichsweise geringen Produktionskosten (im Vergleich zu Filmen, Serien, Radioprogrammen) ihre Inhalte an den Mann oder die Frau bringen können, und weil es doch schon ein etabliertes Medium ist, ist es wohl auch leicht, ein geneigtes Publikum zu finden. Und gerade bei Superheld(inn)en-Comics, die teilweise seit über 70 Jahren laufen, braucht es immer wieder neues, und Progressives, so halt meine Meinung, ist iZw immer was Neues.

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Re: Batman in den 50ern und Homophobia/LGBT in comics

Post by HalberHannes » 14 Apr 2018, 16:35

ThePurplePantywaist wrote:
28 Jan 2017, 17:25
Danke für den Link zu LGBT-Comicfiguren, da waren doch noch einge mehr dabei, von denen ich gar nichts wusste.

Comics haben ja den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sie mit vergleichsweise geringen Produktionskosten (im Vergleich zu Filmen, Serien, Radioprogrammen) ihre Inhalte an den Mann oder die Frau bringen können, und weil es doch schon ein etabliertes Medium ist, ist es wohl auch leicht, ein geneigtes Publikum zu finden. Und gerade bei Superheld(inn)en-Comics, die teilweise seit über 70 Jahren laufen, braucht es immer wieder neues, und Progressives, so halt meine Meinung, ist iZw immer was Neues.
Das ist zwar schon völlig korrekt aber andererseits gibt es bei den gaaanz klassischen Serien ja das Problem, dass die Schöpfer immer mal wieder dazu neigen heute, den "shark zu jumpen" und die Figuren zwar einerseits sterben zu lassen aber dann jemand Anderes in die gleiche Rolle zu stecken, der dann aber - verglichen mit den recht üblichen weißen, kaukasischen, heterosexuellen Männern der 30-50er, häufig halt entweder weiblich, dunkelhäutig, Latino oder homosexuell ist. Dass es Heldenfiguren mit den Attributen gibt, finde ich bezüglich der Vielfalt der Abbildung und eben auch der Vorteile des Mediums super, da stören sich aber halt viele daran, dass man quasi eher existierende Charaktere signifikant verändert als neue aufzubauen.
"“I accept chaos, I'm not sure whether it accepts me.” ― Bob Dylan

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